28 March 2026, 16:24

500-Milliarden-Fonds vernachlässigt marode Schulen – wo bleibt das Geld für Bildung?

Eingang zu einem Schulgebäude mit einem Schild, das "Bau Schulgebäude" trägt, eingerahmt von einem Bogen mit Säulen und Geländern, einer Tafel mit Text auf der rechten Seite, Bäumen und einem Gebäude im Hintergrund unter einem bewölkten Himmel.

500-Milliarden-Fonds vernachlässigt marode Schulen – wo bleibt das Geld für Bildung?

Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro: Kritik an mangelnder Förderung für marode Schulgebäude

Der deutsche Sonderfonds über 500 Milliarden Euro, der für zentrale Investitionen vorgesehen ist, steht wegen der Vernachlässigung der maroden Schulinfrastruktur in der scharfen Kritik. Der Deutsche Philologenverband (DPhV) weist darauf hin, dass nur ein winziger Bruchteil der geliehenen Gelder in Bildungsprojekte geflossen ist – obwohl ein Investitionsstau von 67,8 Milliarden Euro für dringende Sanierungen und Modernisierungen in Schulgebäuden besteht.

Ursprünglich hatte der DPhV gefordert, mindestens 60 Milliarden Euro aus dem Fonds speziell für die Sanierung und Modernisierung von Schulen bereitzustellen. Doch unabhängige Untersuchungen legen nahe, dass der Großteil der 2025 aufgenommenen Schulden gar nicht für zusätzliche Investitionen verwendet wurde. Das ifo Institut schätzt, dass 95 Prozent der Mittel nicht für Mehrausgaben eingesetzt wurden, während das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) von 86 Prozent spricht, die zweckentfremdet wurden. Kein Bundesland hat die Schulprojekte mit diesen Geldern priorisiert.

Laut Artikel 143h des Grundgesetzes darf der Sonderfonds ausschließlich zusätzliche Investitionen finanzieren – nicht jedoch laufende Ausgaben. Kritiker monieren jedoch, dass bestehende Programme wie der DigitalPakt 2.0 die Bedürfnisse der Schulen bereits aufgrund struktureller Mängel nicht decken. Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des DPhV, warnte, dass die jüngeren Generationen die Last der Schuldenrückzahlung tragen müssten, ohne spürbare Verbesserungen in ihren eigenen Klassenzimmern zu erleben.

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Der Verband drängt nun auf eine abgestimmte Initiative der Bundesländer, um sicherzustellen, dass der Bildungsbereich endlich einen angemessenen Anteil aus dem Fonds erhält. Ohne solche Maßnahmen droht sich die Investitionslücke im Bildungssektor weiter zu vergrößern.

Die Forderungen des DPhV nach Reformen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Kommunen mit 67,8 Milliarden Euro an aufgeschobenen Instandhaltungsmaßnahmen allein für Schulgebäude kämpfen. Da Studien zeigen, dass nur minimale Mittel in die Bildungsinfrastruktur fließen, wird die Debatte über die Verteilung der verbleibenden Sondervermögensmittel weiter an Fahrt aufnehmen. Die Entscheidung wird darüber bestimmen, ob die längst überfälligen Modernisierungen der deutschen Schulen endlich vorankommen.

Quelle