70 Millionen gefährliche Produkte: Warum Online-Plattformen erst nach Warnungen löschen
Hans-Theo Baum70 Millionen gefährliche Produkte: Warum Online-Plattformen erst nach Warnungen löschen
Deutschlands größte Online-Shopping-Plattformen löschten im November 2025 fast 70 Millionen Produktangebote. Die massenhafte Entfernung erfolgte nach einer Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), die ergab, dass zahlreiche unsichere Artikel trotz EU-Warnungen monatelang erhältlich blieben.
Der vzbv wertete Daten aus der EU-Produktentfernungsdatenbank aus, um die Einhaltung der Vorschriften zu überprüfen. Die Ergebnisse zeigten, dass 30 Millionen der gelöschten Angebote als „gefährlich“ oder „verboten“ eingestuft worden waren. Trotz der Löschungen ermöglichen Lücken bei der Abgleichung mit dem EU-System jedoch weiterhin, dass gefährliche Waren durchrutschen.
Viele schädliche Produkte werden weiterhin monate- oder sogar jahrelang online verkauft, obwohl Behörden bereits Warnungen ausgesprochen haben. Der vzbv fordert nun schärfere Maßnahmen und besteht darauf, dass unsichere Artikel von vornherein auf digitalen Marktplätzen blockiert werden müssen.
Die Untersuchung unterstreicht die anhaltenden Risiken für Verbraucher beim Online-Kauf. Allein in einem Monat wurden 70 Millionen Angebote entfernt – ein deutlicher Beleg für das Ausmaß des Problems. Der Vorstoß des vzbv für präventive Sperren könnte die Plattformen zwingen, ihre Kontrollen bereits vor der Freischaltung von Produkten zu verschärfen.






