13 March 2026, 14:23

AfD-Politiker verteilt rechtsextreme Comic-Hefte an Grundschulen und Kindergärten

Ein deutsches Weltkriegspropagandaplakat mit einer Gruppe bewaffneter Personen in heroischer Pose vor einem rot-weiß-blauen Hintergrund und der Schrift 'Fünfte Riegs-Anleitung' oben in fetter schwarzer Schrift.

AfD-Politiker verteilt rechtsextreme Comic-Hefte an Grundschulen und Kindergärten

Ein AfD-Politiker in Norddeutschland hat ein umstrittenes Comic-Heft an Grundschulen und Kindergärten verschickt. Christoph Grimm, Mitglied der rechtsextremen Partei, behauptet, das Material vermittle Kindern ab sieben Jahren "richtige und wichtige Werte". Das Comic hat wegen seiner nationalistischen Themen und Verbindungen zu extremistischem Gedankengut Empörung ausgelöst.

Das von einem rechtsextremen Medienhaus veröffentlichte Heft verherrlicht Krieg, Heldenmut und Nationalismus. Es enthält eine Widmung an die "gefallenen Helden der Befreiungskriege" und greift einen in der NS-Zeit verbotenen Slogan auf. Der Demokratie-Berater Stefan Kollasch bezeichnete es als "rechtsextreme Hasspropaganda" und warnte, es bereite Kinder auf extremistische Indoktrination vor.

Grimm verteilte die Hefte an Schulen im Landkreis Nordwestmecklenburg, wobei unklar bleibt, wie viele Einrichtungen sie erhielten. Die Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Simone Oldenburg (Die Linke), verurteilte die Aktion als "verwerflich". Sie warf Grimm vor, die demokratische Aufgabe der Schulen zu untergraben, indem er junge Kinder mit kriegsverherrlichendem Material konfrontiere.

Oldenburgs Kritik unterstützte der Linke-Politiker Michael Noetzel, der vor einer umfassenderen AfD-Strategie warnte, demokratisches Engagement einzuschränken. Die Partei, die aktuell in Umfragen zur Landtagswahl führt, wird vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall für rechtsextremistische Bestrebungen eingestuft. Gegner befürchten, das Comic sei Teil eines größeren Versuchs, extremistisches Gedankengut unter Jugendlichen zu normalisieren.

Der Vorfall hat die Prüfung der AfD-Aktivitäten vor der Landtagswahl verschärft. Behörden betonen, Schulen müssten demokratische Werte hochhalten und Materialien ablehnen, die Extremismus fördern. Grimm steht nun unter verstärkter Prüfung durch die Bildungsbehörden.

Quelle