AfD stark in Umfragen, schwach bei Kommunalwahlen – warum scheitert die Partei lokal?
Harry JesselAfD stark in Umfragen, schwach bei Kommunalwahlen – warum scheitert die Partei lokal?
Die AfD verzeichnet in Ostdeutschland einen deutlichen Aufstieg: Umfragen zeigen 41 Prozent Zustimmung in Sachsen-Anhalt und 36 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern. Doch aktuelle Kommunalwahlen zeichnen ein anderes Bild – die Partei hat Schwierigkeiten, ihre Beliebtheit in Wahlerfolge umzumünzen.
Bei der Wahl zum Kreistag in der Uckermark setzte sich die amtierende CDU-Politikerin Karina Dörk klar gegen ihren AfD-Herausforderer Felix Teichner durch. Dörk wies Debatten über eine „Brandmauer“ gegen die rechtspopulistische Partei zurück und betonte stattdessen ihre Bilanz und Kompetenz. Teichner, AfD-Abgeordneter, hatte im Wahlkampf mit einem bürgerlichen Image gepunktet – sogar Lieder des linkseingestellten Liedermachers Hannes Wader spielte er am Klavier.
Trotz starker Umfragewerte erlebte die AfD in diesem Jahr in Ostdeutschland wiederholt Rückschläge. Von 28 Bürgermeister- und Kreistagswahlen, bei denen sie antrat, gewann die Partei nur zwei. Gleichzeitig liegt sie in bundesweiten Umfragen nun zwei bis drei Punkte vor der Union.
Die jüngste Folge des wöchentlichen Politik-Podcasts Bundestalk (verfügbar auf Spotify, Deezer und iTunes) analysierte Strategien gegen den wachsenden Einfluss der AfD. Experten diskutierten, dass nur ein kleiner Teil ehemaliger CDU/CSU-Wähler zur AfD gewechselt sei, während viele andere stattdessen der Wahl fernbleiben oder linke Parteien unterstützen wollen.
Die Umfragehochburgen der AfD in den ostdeutschen Bundesländern stehen im Kontrast zu ihren bescheidenen Erfolgen bei lokalen Wahlen. Zwar führt die Partei bundesweit, doch ihre Fähigkeit, wichtige Wahlen zu gewinnen, bleibt fraglich. Der jüngste CDU-Sieg in der Uckermark unterstreicht den anhaltenden Wettbewerb um das Vertrauen der Wähler in der Region.






