Aktivistin spendet umstrittene Gedichte des Kulturministers an Nationalbibliothek
Gabi KranzAktivistin spendet umstrittene Gedichte des Kulturministers an Nationalbibliothek
Die Aktivistin Martha Root hat die Gedichtsammlung Kopfpilz von Kulturminister Wolfram Weimer der Deutschen Nationalbibliothek gespendet – trotz Weimers Entscheidung, die Erweiterung der Bibliothek Anfang dieses Jahres zu stoppen. Root stellte zudem eine digitalisierte Version des Buches kostenlos auf Archive.org zum Download bereit.
Die Sammlung umfasst umstrittene Werke wie Vorfreude und Unglück, die Root als plump und geschmacklos bezeichnet. Sie hat Weimers Schriften öffentlich kritisiert und einigen Gedichten vorgeworfen, eine „Vergewaltigungskultur“ zu verherrlichen. Root argumentiert, dass die kulturellen Maßstäbe des Ministers an seinem eigenen literarischen Schaffen gemessen werden sollten.
Weimers Ministerium hatte den Baustopp der Bibliothek zuvor als „Moratorium“ bezeichnet. Dies hielt Root jedoch nicht von ihrer Spende ab. Zudem wirft sie dem Minister mögliche Interessenkonflikte zwischen seinen geschäftlichen Aktivitäten und seiner politischen Rolle vor.
Darüber hinaus behauptet Root, Weimer habe linksgerichtete Buchhandlungen von einer Preisverleihung ausgeschlossen – angeblich aus „verfassungsrechtlichen Bedenken“. Um den Minister weiter herauszufordern, plant sie, ein physisches Exemplar von Kopfpilz zu versteigern, um die Initiative Lesen Hilft zu unterstützen.
Durch die Spende ist Weimers Werk nun Teil des nationalen Bestands. Roots Handeln lenkt die Aufmerksamkeit sowohl auf den Inhalt der Gedichte als auch auf Weimers öffentliche Entscheidungen. Der Erlös der Versteigerung kommt einer Lese- und Schreibförderung zugute.






