12 March 2026, 18:24

Ausbau der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig abrupt gestoppt – was nun?

Ein altes Buch mit einer zentralen Deutschlandkarte, umgeben von Illustrationen und Text, strahlt einen klassischen und zeitlosen Charme aus.

Kein Erweiterungsgebäude für die Deutsche Nationalbibliothek - Ausbau der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig abrupt gestoppt – was nun?

Pläne für Erweiterung der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig gestoppt

Die geplante Erweiterung der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig wurde aufgegeben. Trotz des dringenden Platzbedarfs der Bibliothek setzte Kulturminister Wolfram Weimer dem Vorhaben ein Ende. Die Entscheidung zwingt die Verantwortlichen nun, nach Alternativen für die überfüllten Bestände zu suchen.

Die Erweiterung sollte zusätzlichen Stauraum für Bücher und andere Medien schaffen. Zudem zielte das Projekt auf eine verbesserte Energieeffizienz und die nachhaltige Bewahrung des deutschen Kulturerbes ab. Rund sieben Millionen Euro waren bereits in die Planung geflossen, bevor das Vorhaben gestrichen wurde.

Die Bibliothek kritisierte den Schritt scharf und warnte, dass der zusätzliche Platz unverzichtbar sei. Ohne ihn beginnen Mitarbeiter bereits damit, Bestände vom Leipziger Standort in die zweite Niederlassung der Bibliothek nach Frankfurt umzulagern. Diese Notlösung löst jedoch kaum die langfristigen Lagerprobleme.

Weimers Entscheidung steht im Einklang mit einer breiter angelegten Digitalisierungsoffensive. Der Minister will das Pflichtexemplarrecht reformieren, das Verlage derzeit verpflichtet, zwei physische Exemplare jeder Veröffentlichung abzuliefern. Sein Vorschlag sieht vor, diese Pflicht auf ein Exemplar zu reduzieren – oder, wo möglich, vollständig auf digitale Abgaben umzustellen.

Mit dem gestoppten Ausbau bleibt der Leipziger Bibliothek vorerst keine akute Lösung für ihre Platznot. Die Verantwortlichen müssen nun nach Alternativen suchen, um die wachsenden Bestände unterzubringen. Gleichzeitig könnten Weimers digital ausgerichtete Reformen die Art und Weise verändern, wie Deutschland sein publiziertes Kulturgut bewahrt.

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