24 May 2026, 14:34

Autor kämpft gegen Hassrede-Gesetz nach UN-Kritik an Meinungsfreiheit

Beleidigungen gegen Politiker

Autor kämpft gegen Hassrede-Gesetz nach UN-Kritik an Meinungsfreiheit

Ein Autor, der einst wegen Beleidigung eines Politikers angeklagt wurde, fordert nun grundlegende Reformen des umstrittenen deutschen Hassrede-Gesetzes. Paragraf 188 des Strafgesetzbuchs, der eigentlich den Schutz von Personen des öffentlichen Lebens gewährleisten soll, gerät erneut in die Kritik – diesmal nach scharfer Rüge der Vereinten Nationen wegen seiner Einschränkungen der Meinungsfreiheit. Der Schriftsteller, der 2020 zu einer Strafe verurteilt wurde, weil er einen Abgeordneten als „rassistischen Arsch“ bezeichnet hatte, argumentiert nun, dass das Gesetz mehr Schaden als Nutzen anrichtet.

Der Fall begann vor vier Jahren, als der Autor den CDU-Politiker Philipp Amthor auf Twitter als „rassistischen Arsch“ beschimpfte. Amthor hatte zuvor gewarnt, Geflüchtete würden das deutsche Sozialsystem ausnutzen. Anders als bei den meisten Beleidigungsklagen wurde dieses Verfahren im öffentlichen Interesse geführt – eine formelle Anzeige war daher nicht erforderlich.

Der Autor erhielt einen Strafbefehl über 90 Tagessätze. Zwar wurde er später in allen Instanzen freigesprochen, doch die Erfahrung ließ ihn über die weiteren Auswirkungen des Gesetzes besorgt zurück. Als er selbst als Kommunalbeamter von einem Mann angespuckt wurde und Anzeige erstattete, stellten die Staatsanwälte das Verfahren jedoch ein.

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Erst kürzlich verurteilte die UN-Sonderberichterstatterin für Meinungsfreiheit Paragraf 188 als zensurfördernd. Das Gesetz ermöglicht Verfolgungen noch bis zu fünf Jahre nach der Tat – selbst ohne Anzeige des Betroffenen. Der Autor fordert nun eine Reform oder gar Abschaffung der Regelung und warnt, das aktuelle System schaffe eine ungerechte Zweiklassengesetzgebung.

Der Fall des Autors zeigt das Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit und dem Schutz von Politikern. Zwar endete sein Prozess mit einem Freispruch, doch er fürchtet, dass normale Bürger nicht über die Mittel verfügen, um sich gegen solche Vorwürfe zu wehren. Mit der Kritik der UN wächst der Druck auf Deutschland, seine Haltung zu Beleidigungen von Amtsträgern grundlegend zu überdenken.

Quelle