Behandlungsfehler in Deutschland: TK meldet 14 Prozent mehr Verdachtsfälle
Gabi KranzBehandlungsfehler in Deutschland: TK meldet 14 Prozent mehr Verdachtsfälle
Die Techniker Krankenkasse (TK) verzeichnet in Deutschland einen deutlichen Anstieg der Verdachtsfälle auf Behandlungsfehler. 2025 gingen beim Versicherer 7.540 Meldungen ein – ein Plus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahlen lösen Forderungen nach schärferen Kontrollen und mehr Transparenz im Gesundheitswesen aus.
Am häufigsten betroffen waren chirurgische Eingriffe, die 29 Prozent aller Verdachtsmomente ausmachten. Es folgten Zahnmedizin und Kieferorthopädie mit 17 Prozent sowie Gynäkologie und Geburtshilfe mit 11 Prozent. Zusammen entfielen auf diese drei Fachbereiche über die Hälfte aller gemeldeten Fälle.
Bei etwa einem Drittel der Vorfälle reichte die Beweislage aus, um offizielle Verfahren einzuleiten. Trotz der gestiegenen Beschwerdezahlen warnt die TK, dass viele Fälle vermutlich ungemeldet bleiben.
Vorstandsvorsitzender Jens Baas drängt auf strukturelle Reformen. Er schlägt ein zentrales Meldesystem sowie eine verpflichtende Offenlegung von Fehlern in allen Gesundheitseinrichtungen vor. Sein Ziel ist eine Kultur der Verantwortung, in der Transparenz zur Selbstverständlichkeit wird.
Die aktuellen Daten unterstreichen anhaltende Sorgen um die Patientensicherheit und die Meldepraxis bei Behandlungsfehlern. Angesichts der steigenden Verdachtsfälle könnten die TK-Vorschläge die Art und Weise verändern, wie medizinische Fehler erfasst und aufgearbeitet werden. Die Krankenkasse betont, dass strengere Maßnahmen nötig seien, um nicht erfasste Fälle zu reduzieren und das Vertrauen in das System zu stärken.






