13 June 2026, 04:22

Berlin führt revolutionären Mietspiegel für 1,8 Millionen Verträge ein

Mietregister soll bald beschlossen werden

Berlin führt revolutionären Mietspiegel für 1,8 Millionen Verträge ein

Berlin bereitet die Einführung eines neuen Mietspiegels vor, der mehr Transparenz auf dem städtischen Wohnungsmarkt schaffen soll. Das System wird 1,8 Millionen Mietverträge erfassen und könnte zum Vorbild für eine gerechtere Mietenpolitik in ganz Deutschland werden.

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Die rot-schwarze Koalitionsregierung plant, das Register noch vor der Sommerpause einzuführen. Es bildet den Kern des Wohnsicherheitsgesetzes, dessen Verabschiedung für den 2. Juli vorgesehen ist.

Der Mietspiegel wird Daten zu allen Berliner Mietwohnungen erfassen, darunter Adresse, Wohnfläche, Zimmerzahl und Kaltmiete. Zudem prüft er, ob die Mieten die gesetzlichen Obergrenzen überschreiten. Nach der Berliner Mietendeckel-Regelung dürfen Neuverträge die ortsübliche Vergleichsmiete um maximal 10 % übersteigen. Liegt die Miete mehr als 20 % über dem Referenzwert, gilt sie als überhöht; bei 50 % oder mehr kann von einer groben Ausbeutung ausgegangen werden.

Verstöße werden je nach Schwere als Ordnungswidrigkeit oder Straftat geahndet. Die Koalition erhofft sich, dass das Register überhöhte Mieten eindämmt und Mietern langwierige Rechtsstreitigkeiten erspart, da viele Vermieter ihre Forderungen möglicherweise ohne Widerspruch anpassen werden.

Der Mietspiegel soll durch klare Überwachung des Berliner Mietmarkts für mehr Fairness sorgen. Bei Erfolg könnte er andere Bundesländer dazu bewegen, ähnliche Maßnahmen einzuführen. Mieter könnten so schneller Abhilfe bei überteuerten Mieten erhalten – ohne gerichtliche Auseinandersetzungen.

Quelle