Berliner Philharmoniker vor achtjähriger Sanierung – Umzug zum Flughafen Tempelhof geplant
Hans-Theo BaumBerliner Philharmoniker vor achtjähriger Sanierung – Umzug zum Flughafen Tempelhof geplant
Die Berliner Philharmoniker stehen ab 2032 vor einer umfassenden Sanierung. Geplant sind unter anderem die Modernisierung des Brandschutzes und der Backstage-Bereiche, während die legendäre Akustik des Großen Saals erhalten bleiben soll. Noch unklar sind jedoch die Finanzierung des Projekts sowie die künftige Führung des Orchesters, da die neue Regierung hierzu noch keine Entscheidungen getroffen hat.
Eine Machbarkeitsstudie schlägt vor, die Philharmoniker für die voraussichtlich achtjährige Bauphase zum Flughafen Tempelhof umzusiedeln. Der provisorische Spielort müsste etwa 2.300 Zuschauer fassen und höchste akustische Anforderungen erfüllen. Die geschätzten Kosten für diese Lösung belaufen sich auf rund 1,15 Milliarden Euro.
Als alternative Übergangslösung wird auch das Internationale Congress Centrum (ICC) geprüft. Doch Generalintendantin Andrea Zietzschmann äußert Zweifel an dieser Option. Sie verweist auf den derzeitigen baulichen Zustand des ICC sowie die damit verbundenen möglichen Zusatzkosten.
Auch Zietzschmanns eigene Zukunft beim Orchester ist unsicher. Gerüchten zufolge steht eine Verlängerung ihres Vertrages über 2028 hinaus keineswegs fest. Umfang der Sanierung und die künftige Führung des Orchesters hängen somit von den anstehenden Regierungsentscheidungen ab.
Für die Dauer der Sanierung benötigen die Berliner Philharmoniker ein geeignetes Interimsspielhaus. Flughafen Tempelhof und das ICC gelten als favorisierte Standorte – doch beide Varianten bergen Herausforderungen. Die endgültigen Beschlüsse zu Finanzierung, Standort und Besetzung der Orchesterspitze stehen noch aus.
