Braunschweig prüft Winterdienst-Pannen nach Schneechaos durch Sturm Elli
Harry JesselBraunschweig prüft Winterdienst-Pannen nach Schneechaos durch Sturm Elli
Der Stadtrat von Braunschweig hat nach heftigen Schneefällen, die Straßen und Radwege über längere Zeit ungeräumt ließen, eine Untersuchung zu Versäumnissen beim Winterdienst eingeleitet. Den Anstoß gab ein offizieller Antrag der Fraktion DIE FRAKTION. BS, die Personalmangel und Verzögerungen bei der Instandhaltung während der jüngsten Stürme kritisierte.
Der Sturm Elli hatte die Lage Anfang dieses Jahres weiter verschärft und in der gesamten Region für massive Behinderungen gesorgt. Züge fielen aus, Schulen blieben geschlossen, und Schneeverwehungen blockierten wichtige Verkehrsadern – viele Anwohner saßen fest.
In dem am 18. Februar eingebrachten Antrag wurden gravierende Mängel bei der Winterwartung aufgezeigt, insbesondere bei Radwegen und Gehwegen. Laut städtischen Aufzeichnungen wurden Fahrradwege nur alle 19 Stunden geräumt, während viele Straßen noch seltener von Schnee befreit wurden. Die Stadträte argumentierten, dass ungeräumte Wege Sicherheitsrisiken bergen und die Mobilität von Fußgängern und Radfahrern stark einschränken.
Die Räumteams arbeiteten zwar im Dauerbetrieb, doch frisch freigeräumte Straßen waren unter dem anhaltenden Schneefall schnell wieder blockiert. Der Antrag warf dem städtischen Dienstleister ALBA vor, weder über ausreichend Personal noch über die nötige Technik zu verfügen, um lang anhaltende Schneefälle zu bewältigen. Gefordert wurde eine umfassende Überprüfung der personellen und technischen Kapazitäten von ALBA.
Der Vorschlag wurde sowohl im Ausschuss für Mobilität, Tiefbau und Beschaffung als auch im Verwaltungsausschuss beraten, bevor er in einer Sitzung des gesamten Rates angenommen wurde. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen das künftige Winterdienstmodell Braunschweigs prägen, das 2031 in Kraft treten soll.
Schon vor dem Antrag hatten Bürger über vernachlässigte Räumarbeiten auf Radwegen geklagt. Die Verzögerungen machten es vielen während der schlimmsten Winterphase unmöglich, sicher zur Arbeit oder zur Schule zu gelangen.
Die Überprüfung des Rates wird nun analysieren, wie ALBA seine Ressourcen während der Krise eingesetzt hat. Die daraus abgeleiteten Empfehlungen sollen als Grundlage für Verbesserungen dienen, bevor 2031 die neuen Betriebsabläufe greifen. Kurzfristig will die Stadt verhindern, dass sich die Versäumnisse und Sicherheitsprobleme des vergangenen Winters wiederholen.






