Bundeselternrat will Schüler-ID gegen Bürokratie-Chaos bei Umzügen
Hans-Theo BaumBundeselternrat will Schüler-ID gegen Bürokratie-Chaos bei Umzügen
Bundeselternrat fordert bundesweites Schüler-Identifikationssystem
Der Bundeselternrat setzt sich für die Einführung eines flächendeckenden Schülerausweissystems in Deutschland ein. Damit sollen die seit langem bestehenden Probleme bei Schulwechseln zwischen den Bundesländern gelöst werden. Derzeit kommt es bei Umzügen von Familien in andere Regionen regelmäßig zu Verzögerungen und verlorenen Unterlagen, da die IT-Systeme der Länder nicht kompatibel sind.
Der Rat argumentiert, dass eine einheitliche Schüler-ID Kindern den durchgehenden Zugriff auf ihre schulischen Leistungen ermöglichen würde. Anne-Karin Schaffrath, Vorsitzende des Ausschusses für weiterführende und Mittelschulen, bezeichnete das System als "längst überfällig". Ohne eine solche Lösung käme es bei Umzügen zu Unterbrechungen im Bildungsverlauf, da Schülerakten nicht reibungslos zwischen den Bundesländern übertragen werden könnten.
Andere europäische Länder haben ähnliche Herausforderungen bereits bewältigt. Baden-Württemberg nutzt etwa winprosa zur Verwaltung von Schülerdaten und Kurswahlen, das mit Planungstools wie Untis verknüpft ist. Österreichs Bildungsdokumentationsgesetz (BilDokG), seit 2003 in Kraft, schreibt statistische Berichterstattung vor, während das Datenschutzgesetz 2000 den Schutz personbezogener Daten regelt. Frankreich und Hannover setzen trotz Datenschutzbedenken auf Microsoft 365 – Frankreich hat seinen Vertrag verlängert, Hannover plant bis 2026 eine datenschutzkonforme Einführung.
Der Bundeselternrat betont, dass ein neues System auf strengen Datenschutzstandards basieren müsse. Eine standardisierte ID würde Bildungsverläufe länderübergreifend dokumentieren und bürokratische Hürden abbauen. So ließen sich Lücken in Schülerakten vermeiden, wenn Familien innerhalb Deutschlands umziehen.
Ziel des Vorschlags ist es, die zersplitterte Datenweitergabe zwischen den Bundesländern zu beenden. Ein nationales Schüler-ID-System würde Schulwechsel beschleunigen und Verzögerungen für umziehende Familien verringern. Der Rat besteht darauf, dass im neuen System wirksame Schutzmechanismen für persönliche Daten verankert werden.






