Bundeswehr und Brandenburg stärken politische Bildung an Schulen durch neue Kooperation
Harry JesselBundeswehr und Brandenburg stärken politische Bildung an Schulen durch neue Kooperation
Brandenburgs Bildungsministerium und die Bundeswehr unterzeichnen Kooperationsvereinbarung
Das Brandenburgische Bildungsministerium und die Bundeswehr haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist es, die politische Bildung an Schulen zu fördern, indem militärische Perspektiven in den Unterricht einfließen. Damit wird die langjährige Zusammenarbeit der beiden Institutionen auf eine verbindliche Grundlage gestellt.
Im Rahmen des Abkommens können Jugendoffiziere der Bundeswehr als externe Referentinnen und Referenten eingeladen werden. Ihre Aufgabe besteht darin, zu Diskussionen über deutsche Außen- und Sicherheitspolitik, Krisenmanagement sowie europäische Interessen beizutragen. Die Schulen entscheiden selbst, ob sie die Offiziere einladen, und die Inhalte müssen sich am bestehenden Lehrplan orientieren.
Die Offizierinnen und Offiziere treten dabei als Gesprächspartner auf, nicht als Lehrkräfte. Sie sind verpflichtet, sich an den Beutelsbacher Konsens zu halten, der Indoktrination verbietet und eine ausgewogene Darstellung vorschreibt. Oberst Nikolas Scholtka, Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, unterstützt die Initiative und argumentiert, dass Sicherheitspolitik aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden sollte.
Die Vereinbarung zielt zudem darauf ab, die kritische Urteilsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler zu stärken. Sie soll Einblicke in staatliche Verantwortung und die Arbeitsweise öffentlicher Institutionen vermitteln.
Die parlamentarische Gruppe der BSW kritisiert das Abkommen scharf und bezeichnet es als „institutionalisierte Kriegspropaganda“ im Klassenzimmer. Die Gruppe fordert die sofortige Aussetzung der Kooperation. Die Schulen behalten jedoch die volle Entscheidungshoheit darüber, ob sie an dem Programm teilnehmen.






