Chinesische E-Autos profitieren stark von der deutschen Kaufprämie – doch deutsche Hersteller bleiben außen vor
Harry JesselChinesische E-Autos profitieren stark von der deutschen Kaufprämie – doch deutsche Hersteller bleiben außen vor
Die staatliche Kaufprämie für Elektroautos in Deutschland kommt vor allem ausländischen Herstellern zugute – insbesondere chinesischen Marken. Burkhard Weller, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), verzeichnet seit Einführung des Förderprogramms einen deutlichen Anstieg günstiger chinesischer E-Autos in seinen Autohäusern.
Die Prämie gilt für alle ab dem 1. Januar 2026 zugelassenen Elektrofahrzeuge. Käufer erhalten je nach Einkommen und Familiengröße bis zu 6.000 Euro. Das Gesamtbudget des Programms beträgt 3,5 Milliarden Euro.
In Wellers Autohäusern verdoppelten sich im Mai die Verkäufe chinesischer E-Autos im Preissegment zwischen 20.000 und 30.000 Euro nahezu. Deutsche Hersteller bieten derzeit keine Modelle in dieser Preisklasse an. Weller ist überzeugt, dass die Förderung bisher nur wenige Verbraucher zum Umstieg auf Elektroautos bewegt hat.
Er schlägt vor, die Prämie auf Gebrauchtwagen auszuweiten. Zudem plädiert er für einen Ausbau der Ladeinfrastruktur und niedrigere Strompreise. Um die Abrechnung beim Laden zu vereinfachen, empfiehlt er ein bundesweit einheitliches Preismodell nach dem Vorbild des Mobilfunk-Roamings.
Aktuell profitieren vor allem ausländische Hersteller – allen voran chinesische – von der Förderung und gewinnen Marktanteile in Deutschland. Wellers Vorschläge zielen darauf ab, Elektroautos erschwinglicher und das Laden alltagstauglicher zu machen. Der 3,5-Milliarden-Euro-Fonds der Regierung prägt zwar den E-Auto-Markt, doch seine langfristigen Auswirkungen bleiben ungewiss.






