Dagmar Frederic kritisiert deutsche Musikshows – und bleibt trotzdem gefragt wie nie
Hans-Theo BaumDagmar Frederic kritisiert deutsche Musikshows – und bleibt trotzdem gefragt wie nie
Dagmar Frederic, seit über sechs Jahrzehnten eine Institution der Schlagerszene, steht auch mit bis zu 60 Auftritten pro Jahr noch immer auf der Bühne. Trotz ihrer langen Karriere war sie jedoch nie Gast in den großen Shows von Andrea Kiewel oder Florian Silbereisen. Kürzlich sorgte sie mit einer scharfzüngigen Bemerkung über ihren Ehemann für Schlagzeilen – jetzt äußert sie sich kritisch zum Zustand der deutschen Musikfernsehformate.
Frederic übt offen Kritik an der mangelnden Abwechslung in den Gästelisten beliebter Schlagersendungen. Sie macht die Redaktionen dafür verantwortlich, die ihrer Meinung nach zu stark auf dieselben Stars setzen. Gleichzeitig räumt sie ein, dass hinter dieser Praxis auch betriebswirtschaftliche Logik steckt: Bekannte Gesichter garantieren Einschaltquoten und binden das Publikum.
Ihre eigene Karriere hat sie stets ohne Kompromisse bei ihren Prinzipien gestaltet. Sie weigert sich, Produzenten oder Moderatoren zu schmeicheln, um TV-Auftritte zu ergattern – eine Haltung, die sie aus Formaten wie Deutschland sucht den Superstar (DSDS) oder The Voice of Germany fernhält. Dennoch zieht ihr Repertoire, das von Schlagerklassikern über Musical-Numbers bis zu Chansons reicht, weiterhin Publikum an.
Auf die Frage nach Moderatoren wie Silbereisen oder Giovanni Zarrella nimmt Frederic sie in Schutz. Sie trennt deren professionelle Rolle klar von den Branchenentwicklungen, die sie selbst kritisiert. Die größten Schlagershows Deutschlands, darunter DSDS (das seit 2002 läuft und 2026 weiterhin auf RTL+ zu sehen sein wird), dominieren nach wie vor die Bildschirme.
Trotz einer bescheidenen Rente bleibt Frederics Terminkalender gut gefüllt. Ihr jüngster schlagfertiger Spruch über ihren Mann – vorgetragen mit ihrem typischen Humor – erinnerte die Fans daran, wie präsent und relevant sie in der Musikwelt immer noch ist.
Dass Frederic in den mainstreamigen Schlagershows kaum präsent ist, bremst ihre Karriere keineswegs. Sie verbindet scharfe Kritik an Branchengepflogenheiten mit einem nüchternen Verständnis für die Mechanismen des Geschäfts. Vorerst bleibt ihr Fokus auf Live-Auftritte gerichtet – und darauf, ihre Meinung unmissverständlich zu sagen, wenn sie gefragt wird.






