05 June 2026, 19:46

Deutsche Filmpreise 2024: Die Mittagsfrau triumphiert, Wenders löst Ethik-Debatte aus

Deutscher Filmpreis: Und dann spricht Wim Wenders

Deutsche Filmpreise 2024: Die Mittagsfrau triumphiert, Wenders löst Ethik-Debatte aus

Die diesjährigen Deutschen Filmpreise: Emotionale Reden und Aufrufe zum Wandel

Bei der diesjährigen Verleihung der Deutschen Filmpreise gab es berührende Reden und Forderungen nach Veränderung. Regisseur Wim Wenders löste mit einer umstrittenen Szene aus dem Jahr 1975 eine Debatte aus, während Die Mittagsfrau als großer Gewinner des Abends hervorging. Schauspieler:innen und Filmschaffende nutzten die Bühne zudem, um politische Sorgen und ethische Fragen der Branche zu thematisieren.

Die Preisverleihung begann mit dem Triumph von Mascha Schilinskis Die Mittagsfrau, der mit mehreren Auszeichnungen überhäuft wurde. Der Film erhielt die Goldene Lola für den besten Spielfilm sowie zahlreiche weitere Preise.

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Später stand Wim Wenders im Mittelpunkt, als er eine Szene aus seinem Film Falsche Bewegung von 1975 mit Nastassja Kinski ansprach. Er räumte ein, dass er die Szene heute anders drehen würde, und stellte die Frage, ob Filme nach ihrer Veröffentlichung überhaupt – oder überhaupt nicht – verändert werden sollten. Wenders forderte eine breite Diskussion innerhalb der Deutschen Filmakademie und betonte, dass eine solche Entscheidung nicht allein bei ihm liegen dürfe. Gleichzeitig warnte er davor, dass ein Schnitt der Szene einen Präzedenzfall schaffen könnte, der unzählige andere Filme betreffen würde.

Die als beste Nebendarstellerin ausgezeichnete Schauspielerin Lena Urzendowsky nutzte ihre Dankesrede, um zu mehr Empathie und einem Ende der Gewalt aufzurufen. Sie verurteilte diejenigen, die Grenzen überschreiten – sowohl vor als auch hinter der Kamera. Unterdessen erhielt Senta Berger den Preis als beste Hauptdarstellerin für Oh, diese Lücke, diese schreckliche Lücke, inszeniert von ihrem Sohn Simon Verhoeven.

Produzent Ingo Fliess, verantwortlich für Gelbe Briefe, sprach über seine Wertschätzung für die kreative Freiheit in Deutschland. Er hob hervor, wie wichtig es sei, offen Kritik üben zu können, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Auch Akademiepräsident Florian Gallenberger und Moderator Christian Friedel äußerten sich besorgt über den Aufstieg der rechtspopulistischen AfD.

Die Preisverleihung hinterlässt die Branche mit drängenden Fragen zu Filmethik und politischer Verantwortung. Wenders’ Aufruf zur Debatte über die Nachbearbeitung alter Werke steht nun neben weiteren Diskussionen über künstlerische Freiheit und gesellschaftliche Werte. Die Reden der Preisträger:innen spiegelten dabei sowohl Feierlaune als auch den Wunsch nach Reflexion innerhalb des deutschen Films wider.

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