Deutschland plant Alkohol-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren – selbst mit Eltern
Hans-Theo BaumDeutschland plant Alkohol-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren – selbst mit Eltern
Deutschland will das Alkoholgesetz für Jugendliche verschärfen – ein neuer Gesetzentwurf sieht strengere Regeln vor. Demnach soll die bisherige Ausnahmebestimmung gestrichen werden, die es 14- und 15-Jährigen erlaubt, unter elterlicher Aufsicht Bier, Wein oder Sekt zu trinken. Bundesfamilienministerin Karin Prien treibt die Reform voran und begründet dies mit dem Ziel, Suchtgefahren einzudämmen und junge Menschen vor gesundheitlichen Risiken zu schützen.
Die Diskussion über den Alkoholkonsum von Jugendlichen hat in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen. Zwischen 2021 und 2026 warnten die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und Berichte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor Folgen wie Schäden für die Gehirnentwicklung, Suchterkrankungen und Gewalt. Studien wie der BZgA-Bericht "Jugend und Alkohol" aus dem Jahr 2022 oder eine Lancet-Untersuchung von 2023 zu Neurotoxizität bei Heranwachsenden wurden dabei häufig herangezogen.
Der neue Entwurf ist Teil eines umfassenderen Pakets zur Reform des Kinder- und Jugendhilferechts. Im Fokus steht die Streichung der Regelung, die es 14- und 15-Jährigen bisher ermöglicht, in Begleitung einer erziehungsberechtigten Person Alkohol zu konsumieren. Das Ministerium warnt, dass früher Alkoholkonsum zu aggressivem Verhalten, Vernachlässigung und langfristigen Gesundheitsschäden führen kann.
Der Entwurf befindet sich derzeit in der Anhörung mit Beteiligten. Bei Zustimmung könnte der Bundestag das Gesetz noch bis Jahresende verabschieden. Die geplante Änderung würde einen deutlichen Kurswechsel in Deutschlands Umgang mit Jugendlichen und Alkohol bedeuten. Durch den Wegfall des kontrollierten Zugangs zu Alkohol will die Regierung Suchtrisiken verringern und den Jugendschutz stärken. Die endgültige Entscheidung liegt in den kommenden Monaten bei den Abgeordneten.






