Drei Regionen kämpfen um Deutschlands nächste Olympiabewerbung – wer gewinnt?
Kreszentia SchachtDrei Regionen kämpfen um Deutschlands nächste Olympiabewerbung – wer gewinnt?
Deutschland bereitet sich darauf vor, eine Stadt für seine nächste Olympiabewerbung auszuwählen – die Entscheidung fällt am 26. September. Drei Regionen bleiben im Rennen: Berlin, München und Nordrhein-Westfalen, wobei die öffentliche Unterstützung jedoch stark variiert. Hamburg, das 2015 eine Bewerbung abgelehnt hatte, steht diesmal erneut vor Unklarheiten über seine Position.
Hamburgs frühere Ablehnung einer Olympiabewerbung wirkt noch immer nach. Ende 2015 stimmten die Bürger in einer Abstimmung gegen die Ausrichtung: 51,6 Prozent lehnten den Plan ab, 48,4 Prozent befürworteten ihn. Eine Sonderregelung sieht seitdem vor, dass bei Volksabstimmungen auch Gegenpositionen dargestellt werden müssen. Zudem wäre für eine erneute Bewerbung eine Zweidrittelmehrheit im Landesparlament nötig.
Auch in Berlin gestaltet sich der Weg schwierig. Das Abgeordnetenhaus unterstützte die Bewerbung am 21. Mai mit den Stimmen von CDU, SPD, AfD und einem Mitglied der Linken. Doch Bürgermeister Kai Wegner stößt mit seinem Vorhaben, eine Bürgerabstimmung durchzuführen, auf Widerstand bei Grünen und Linken. Die Initiative „NoOlympia“ sammelt bereits Unterschriften, um eine Volksabstimmung zu erzwingen. Rechtliche Fristen würden jedoch bedeuten, dass eine solche frühestens 2027 stattfände – lange nach der Entscheidung des DOSB.
München und Nordrhein-Westfalen verzeichnen unterdessen eine deutlich höhere öffentliche Unterstützung. Umfragen zufolge befürworten etwa zwei Drittel der Einwohner in beiden Regionen eine Bewerbung, was sie zu den wahrscheinlichsten Kandidaten macht.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird seine Wahl am 26. September bekannt geben. Sollte Berlin ausgewählt werden, könnte die Bewerbung dennoch noch 2027 einer Volksabstimmung unterzogen werden. Hamburgs strenge Abstimmungsregeln und die gespaltene Meinungsumfrage erhöhen die Unsicherheit im Prozess zusätzlich.






