Ehegattensplitting kostet den Staat 25 Milliarden Euro jährlich – wer profitiert wirklich?
Kreszentia SchachtEhegattensplitting kostet den Staat 25 Milliarden Euro jährlich – wer profitiert wirklich?
Ehegattensplitting kostet den Staat über 25 Milliarden Euro pro Jahr
Das deutsche Steuermodell des Ehegattensplittings entgeht dem Staat jährlich mehr als 25 Milliarden Euro an Steuereinnahmen. Eine neue Studie des Kölner Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) zeigt, wie diese Steuerersparnisse auf die Haushalte verteilt sind – und welche Familien besonders von den aktuellen Regelungen profitieren.
Die auf Steuerdaten aus dem Jahr 2018 basierende IW-Untersuchung ergibt, dass 90 Prozent der Steuerentlastung an verheiratete Paare mit Kindern fließen. Innerhalb dieser Gruppe kommen 67 Prozent Eltern mit "steuerrelevanten Kindern" zugute – also Minderjährigen unter 18 Jahren oder solchen, die sich noch in Ausbildung befinden. Die restlichen 33 Prozent entfallen auf Eltern, deren Kinder ihre Ausbildung bereits abgeschlossen haben.
Bei der Betrachtung der Haushaltseinkommen zeigt sich, dass 63 Prozent des Steuervorteils an Paare gehen, bei denen beide Partner erwerbstätig sind. Die übrigen 37 Prozent kommen Haushalten mit nur einem Verdienst zugute. Zudem stellt die Analyse fest, dass 9 Prozent der gesamten Ersparnis – etwa 2,2 Milliarden Euro – an kinderlose verheiratete Paare fließen.
Regional gesehen werden 90 Prozent der Steuerentlastung in den alten Bundesländern der ehemaligen Bundesrepublik in Anspruch genommen. Eine detaillierte Aufschlüsselung nach einzelnen Bundesländern liegt derzeit nicht vor.
Die Studie deutet darauf hin, dass eine Reform des Systems vor allem Einverdiener-Familien treffen würde, die stark von der aktuellen Steuerregelung abhängig sind.
Das Ehegattensplitting bietet erhebliche finanzielle Entlastung, insbesondere für Familien mit Kindern. Von den jährlichen Steuerersparnissen in Höhe von 25 Milliarden Euro profitieren vor allem Eltern und Doppelverdiener-Haushalte. Änderungen der Regelungen würden voraussichtlich Einverdiener-Familien am stärksten betreffen, da sie besonders auf die bestehenden Vergünstigungen angewiesen sind.






