Experten fordern: Natürliche Ökosysteme als kritische Infrastruktur anerkennen
Harry JesselExperten fordern: Natürliche Ökosysteme als kritische Infrastruktur anerkennen
Ein Expertengremium fordert die rechtliche Anerkennung natürlicher Infrastruktur als kritische Infrastruktur. Ökosysteme wie Seen, Wälder und Moore sollten demnach denselben Schutz genießen wie Straßen, Schienennetze und Energienetze. Ziel des Vorhabens ist es, die natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren und Risiken durch Extremereignisse zu verringern.
Bisher umfasst kritische Infrastruktur vor allem vom Menschen geschaffene Systeme. Das Gremium warnt, dass Ausfälle in diesen Systemen zu schweren Versorgungsengpässen führen können. Es schlägt vor, die Definition um natürliche Ressourcen zu erweitern.
Die Fachleute raten dazu, bundesweit wichtige Naturgebiete systematisch zu erfassen. Zudem sollten Frühwarnsysteme für die Degradation von Ökosystemen entwickelt werden. Damit ließen sich Bedrohungen besser überwachen und Schäden verhindern, bevor sie eskalieren.
Gleichzeitig empfehlen sie, die globale Energieerzeugung auf erneuerbare Quellen wie Solar- und Windkraft umzustellen. Investitionen in diese Technologien sowie in den öffentlichen Nahverkehr gelten als entscheidend, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Damit verbunden wären wirtschaftliche Vorteile und ökologische Gewinne.
Auch Sicherheitsmaßnahmen sind Teil des Vorschlags: Umweltrisikobewusstsein soll in die militärische Ausbildung integriert werden. Der Nationale Sicherheitsrat wird aufgefordert, den Schutz natürlicher Infrastruktur zur Priorität zu erklären. Zudem sollte die Entwicklungspolitik – angeführt von lokalen Akteuren – den Erhalt von Ökosystemen fördern.
Mit ihren Empfehlungen strebt das Gremium an, den Status natürlicher Infrastruktur aufzuwerten. Eine Anerkennung ihrer kritischen Rolle würde stärkere rechtliche Schutzmechanismen schaffen. Dadurch ließen sich Verwundbarkeiten gegenüber Hitzewellen, Pandemien und anderen Extremereignissen verringern.
