25 May 2026, 02:22

Florentina Holzinger sprengt mit radikaler Pfingstperformance alle Kunstgrenzen

Florentina Holzingers 'Pfingstspiel' mit Friedenstauben und Monstertrucks

Florentina Holzinger sprengt mit radikaler Pfingstperformance alle Kunstgrenzen

Florentina Holzinger brachte ihre kühne Vision nach Wien – mit einer Pfingstperformance, die alle Konventionen sprengte. Auf der Bühne des Wiener Eislaufvereins verschmolzen Zirkus, Spektakel und scharfe Gesellschaftskritik an traditionellen Kunstorten zu einem atemberaubenden Ganzen. Das Publikum erlebte eine Mischung aus roher Körperlichkeit und hochtechnisierten Bühneneffekten.

Den Auftakt bildete ein packendes Bild: Eine nackte Frau ließ sich an der Fassade des Intercontinental Hotels hinab. Diese Hommage an Trisha Browns Choreografien setzte den Ton für einen Abend voller waghalsiger Bewegungen. Später inszenierte Holzinger mit ihrem rein weiblichen Ensemble ein „Letztes Abendmahl“ im Innenhof von Schloss Prinzendorf – jenem historischen Ort, der eng mit Hermann Nitschs Orgien-Mysterien-Theater verbunden ist. Einige Performerkünstlerinnen hingen an Haken suspendiert in der Luft und steigerten die Intensität des Geschehens.

Der zweite Akt entfaltete sich auf dem Schlossgelände, wo Holzinger Nitschs Erbe ehrte. Eine „Malaktion“ zeigte eine gekreuzigte Darstellerin, während Drohnen rote Farbe über die Szene sprühten. Das Spektakel gipfelte in einem symbolträchtigen Moment: Ein Monstertruck zermalmte einen Panzer – ein Appell für Frieden –, bevor ein Fallschirmspringer in einem taubenbekrönten Anzug landete, um eine weiße Fahne in das Trümmerfeld zu stecken.

Extreme körperliche Grenzen prägten die Aufführung. Holzinger und ihre Tänzerinnen setzten ihre Körper schonungslos ein, integrierten Autos, ein Motorrad und sogar einen Fallschirmsprung in ihre Choreografie. Der Höhepunkt kam, als die Künstlerin mit ihren „Jüngerinnen“ sanft in der Luft schwebte, über dem Publikum schwebend. Dieser Moment bildete einen radikalen Kontrast zum vorherigen Chaos und hinterließ beim Publikum das Bild einer zerbrechlichen Schönheit.

Holzingers Produktion vereinte Zirkus, Technologie und provokative Symbolik zu einem einzigartigen Erlebnis. Die Performance stellte theaterübliche Erwartungen infrage und bezog sich dabei auf Wiens avantgardistische Tradition. Für die Zuschauer blieb es ein Abend, der noch lange nach dem letzten Vorhang nachwirkte.

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