28 June 2026, 12:19

Friedrich Merz posiert mit "Bürokratie-Schredder" – doch was bleibt wirklich hängen?

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Friedrich Merz posiert mit "Bürokratie-Schredder" – doch was bleibt wirklich hängen?

Die Debatte über Bürokratie in Deutschland steht derzeit im Mittelpunkt politischer und Lobby-Veranstaltungen. Friedrich Merz, Mitbegründer des Förderkreises der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), posierte kürzlich mit einem symbolischen „Bürokratie-Schredder“ auf dem CDU-Parteitag 2024. Die INSM, eine Wirtschaftsinteressenvertretung, hat zudem ein „Bürokratie-Museum“ eingerichtet, um gegen Lieferkettengesetze in Deutschland und der EU zu protestieren.

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Kritiker argumentieren, dass übermäßige Bürokratie zu Ineffizienz führe. Deutschland verfügt über 16 unterschiedliche Bauvorschriften mit teils widersprüchlichen Regelungen, was zu Verzögerungen führt. In Berlin sind Faxgeräte für 189 Verwaltungsvorgänge zwingend vorgeschrieben – darunter Anträge auf Bestattungsvollmachten oder Pestizidgenehmigungen. Die Senatsverwaltung der Stadt betreibt noch immer 5.333 dieser Geräte.

Ein Bündnis aus Lobbyisten, rechtspopulistischen Politikern und Konservativen konnte im November 2023 das EU-Lieferkettengesetz erfolgreich abschwächen. Die INSM und andere stellen Bürokratie nun als Belastung dar, um eine umfassende Deregulierung voranzutreiben. Befürworter von Reformen warnen jedoch, dass der Abbau von Bürokratie nicht auf Kosten der Unternehmensaufsicht gehen dürfe.

Bürokratie spielt eine zentrale Rolle in der Demokratie, indem sie die Macht von Einzelpersonen und Institutionen begrenzt. Doch in ihrer aktuellen Ausprägung in Deutschland führt sie oft zu praktischen Hindernissen. Die anhaltende Diskussion zeigt das Spannungsfeld zwischen dem Abbau von Ineffizienz und der Aufrechterhaltung notwendiger Kontrollen.

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