Fußballturnier in Moosach gedenkt der Opfer des Münchner Anschlags von 2016
Harry JesselFußballturnier in Moosach gedenkt der Opfer des Münchner Anschlags von 2016
Ein Fußballturnier im Münchner Stadtteil Moosach vereint Überlebende, Angehörige und die Gemeinschaft, um an die Opfer des Anschlags von 2016 zu erinnern. Organisiert von Hasan Leyla, dem Vater des 14-jährigen Opfers Can Leyla, stellt die Veranstaltung die anfängliche Darstellung der Tat als willkürliche Amoktat infrage. Stattdessen wird der Anschlag als rechtsterroristischer Akt anerkannt.
Am 22. Juli 2016 wurden bei einer Schießerei neun Menschen getötet – zunächst hatten die Behörden den Täter als einsamen, psychisch labilen Attentäter beschrieben. Jahre später stuften Ermittlungen die Tat als politisch motivierten Rechtsterrorismus ein. Hasan Leyla, der seinen Sohn Can durch die Gewalt verlor, hatte die frühe Deutung stets abgelehnt.
Das Turnier, das am 6. Juni 2026 stattfand, war Teil der Initiative „München erinnert“. Viele der Opfer, darunter Can Leyla und Guiliano Kollmann, waren leidenschaftliche Fußballfans. Die Spiele dienten weniger dem Wettbewerb als vielmehr dem gemeinsamen Gedenken – Teilhabe und Würdigung standen im Vordergrund, nicht das Ergebnis.
Nun wirbt Hasan Leyla für eine große Gedenkveranstaltung zum 10. Jahrestag am 22. Juli 2026. Ziel ist es, das kollektive Gedächtnis zurückzuerobern und sicherzustellen, dass der Anschlag als terroristische Tat in Erinnerung bleibt.
Das Turnier in Moosach bot eine Plattform für Heilung und Solidarität. Indem der Anschlag als Terrorakt eingeordnet wird, wollen die Organisatoren den Opfern mit Wahrheit und Würde gedenken. Weitere Veranstaltungen sind im Vorfeld des Jahrestags geplant.






