Hannovers Hauptbahnhof scheitert am Geld – und die Spritsteuersenkung half nur den Konzernen
Hans-Theo BaumHannovers Hauptbahnhof scheitert am Geld – und die Spritsteuersenkung half nur den Konzernen
Hannovers Hauptbahnhof bleibt ein kritischer Flaschenhals für den Schienenverkehr in Norddeutschland. Die Deutsche Bahn bezeichnet den Knotenpunkt als „Schlüsselfigur“ des Deutschlandtakts, doch dringend benötigte Ausbaupläne scheitern an massiven finanziellen Hindernissen. Unterdessen wird weiter über frühere Spritsubventionen gestritten – neue Zahlen zeigen, dass diese Verbrauchern kaum geholfen haben.
Der Hauptbahnhof Hannover kommt mit dem wachsenden Passenger- und Güterverkehr kaum noch zurecht. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung stuft den Ausbau als dringend notwendig ein. Doch im Haushalt 2027 sind keine Mittel dafür vorgesehen, es klafft eine Finanzierungslücke von 2 Milliarden Euro. Die Kapazitätsengpässe des Bahnhofs beeinträchtigen den gesamten Regionalverkehr.
Anderswo kostete die Spritsteuersenkung 2022 die Steuerzahler über 3 Milliarden Euro. Während des Iran-Konflikts erzielten Ölkonzerne 2,4 Milliarden Euro an Zusatzgewinnen – an die Autofahrer gaben sie jedoch nur einen Teil der Steuerentlastung weiter. Die Subvention brachte weder nachhaltige Vorteile noch Anreize für Fortschritt. Eine ähnlich geplante Maßnahme könnte nun weitere 1,6 Milliarden Euro verschlingen.
Auch im Schienennetz hinkt die Modernisierung hinterher: Die kürzlich aufgewertete Strecke Berlin–Hamburg verfügt immer noch nicht über eine digitale Signaltechnik. Haushaltszwänge verzögern notwendige Aufrüstungen, was die Effizienz der Strecke begrenzt.
Der Ausbau Hannovers Hauptbahnhofs stockt wegen der 2-Milliarden-Lücke. Die Spritsteuersenkung von 2022 brachte keine langfristigen Vorteile, die Ersparnisse flossen größtenteils an die Mineralölkonzerne. Ohne zusätzliche Mittel werden sowohl Verkehrsprojekte als auch Entlastungen für Verbraucher weiter auf der Strecke bleiben.
