19 March 2026, 18:27

Hansa PowerBridge: Stromkabel zwischen Schweden und Deutschland könnte doch kommen

Boote auf dem Wasser mit Gebäuden, Straßenlaternen, Bäumen und einem Strommast mit Kabeln im Hintergrund.

MV will Pläne für Stromleitung nach Schweden reaktivieren - Hansa PowerBridge: Stromkabel zwischen Schweden und Deutschland könnte doch kommen

Ein geplantes Unterseekabel für den Stromaustausch zwischen Schweden und Deutschland gewinnt neuen Schwung. Das Hansa PowerBridge-Projekt, das 2024 vorläufig auf Eis gelegt worden war, könnte bald Südschweden mit Mecklenburg-Vorpommern verbinden. Regionale Verantwortungsträger in Deutschland drängen nun auf eine Neubewertung des Vorhabens und verweisen dabei auf die Energiesicherheit und wirtschaftliche Vorteile.

Der Vorstoß erfolgt zu einer Zeit, in der sich die politische Landschaft Schwedens seit der Wahl 2022 nach rechts verschoben hat. Die Regierung konzentriert sich zunehmend auf Energie-Stabilität – eine Reaktion auf den Ukraine-Krieg und die gestiegenen Stromkosten.

Die Hansa PowerBridge ist als Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) konzipiert und soll Überschussstrom aus Windkraftanlagen in Norddeutschland in Spitzenzeiten nach Schweden leiten. Im Gegenzug würde Schweden Deutschland bei Nachfragespitzen mit Strom versorgen. Dieser Austausch würde die flexible Wasserkraftkapazität Schwedens nutzen, die als natürlicher Speicher dient, um Schwankungen bei Wind- und Solarenergie auszugleichen.

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Ursprünglich sollte der Bau 2025 beginnen, gestützt auf Schwedens robustes Wirtschaftswachstum – 2,5 % im Jahr 2024 und prognostizierte 1,8 % für 2025–2026 – sowie auf EU-Fördergelder für grüne Energieprojekte. Doch Bedenken wegen kurzfristiger Großhandelspreisspitzen von bis zu 15 % in Schweden führten zur Verschiebung des Projekts. Nun hat der Landtag in Schwerin die Bundesregierung und die EU aufgefordert, den Plan erneut zu prüfen, mit dem Argument, dass die Vorteile die Risiken überwiegen.

Mecklenburg-Vorpommern, eine Schlüsseregion für Deutschlands Windenergie, treibt die Wiederbelebung der Pläne voran. Vertreter betonen den strategischen Wert der Verbindung, die die grenzüberschreitende Energiezusammenarbeit stärken und die Abhängigkeit von volatilen Märkten verringern würde.

Bei einer Genehmigung könnte die Hansa PowerBridge zu einem zentralen Baustein der erneuerbaren Energieinfrastruktur Europas werden. Das Projekt würde nicht nur die Netzstabilität verbessern, sondern auch die Energiebeziehungen zwischen Schweden und Deutschland vertiefen. Die endgültigen Entscheidungen hängen von weiteren wirtschaftlichen und ökologischen Prüfungen in den kommenden Monaten ab.

Quelle