06 May 2026, 08:38

"Heimat" in Mainz: Wie ein Restaurant zur Zielscheibe politischer Extremisten wird

Ein Berliner Restaurant mit hölzernen Tischen und Stühlen vor einem großen Fenster, das städtische Ausblicke einschließlich Fußgängern, Gebäuden und Straßenelementen zeigt.

"Heimat" in Mainz: Wie ein Restaurant zur Zielscheibe politischer Extremisten wird

Ein Restaurant in Mainz namens Heimat ist in den letzten Monaten zum Zentrum einer hitzigen Debatte geworden. Der Besitzer Veli Ivecen, der kurdisch-türkischer Herkunft ist, eröffnete das Lokal, um eine Mischung aus deutscher, türkischer und kurdischer Küche anzubieten. Was als Ort für gemeinsame Mahlzeiten begann, hat mittlerweile von mehreren Seiten Feindseligkeit auf sich gezogen.

Die Probleme begannen, als die Fassade des Restaurants mit dem Slogan „Das hier ist meine Heimat, nicht deine“ beschmiert wurde. Ivecen entfernte die Schmiererei zwar umgehend, doch die Angriffe hielten an. In den letzten zwei bis drei Monaten waren er und sein Team verbalen Beleidigungen ausgesetzt, erhielten Fluten feindseliger Nachrichten über private Instagram-Accounts und mussten sich sogar mit direkten Konfrontationen innerhalb des Restaurants auseinandersetzen.

Kritik kommt dabei von beiden politischen Extremen: Einige aus dem linken Spektrum werfen Ivecen vor, ein Nazi zu sein, während andere von rechts sich gegen türkische und kurdische Einflüsse in der deutschen Küche aussprechen. Demonstranten gingen so weit, vor dem Gebäude den Hitlergruß zu zeigen. Ivecen betont jedoch, dass der Name Heimat – der schlicht „Zuhause“ bedeutet – nie eine politische Botschaft tragen sollte, sondern einfach einen einladenden Ort für Gäste und die Stadt widerspiegeln solle.

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Anfangs dachte Ivecen aufgrund der anhaltenden Anfeindungen darüber nach, das Restaurant umzubenennen. Mittlerweile ist er jedoch entschlossener denn je, den Namen beizubehalten. Zwar zeigt er sich offen für konstruktive Kritik an seinem kulinarischen Angebot, die persönlichen Angriffe und Belästigungen lehnt er jedoch kategorisch ab.

Die Kontroverse hat Ivecen nicht von seiner ursprünglichen Vision abgebracht: Heimat serviert weiterhin seine Fusion-Küche, und der Besitzer bleibt bei seiner Entscheidung, den Namen nicht zu ändern. Vorerst bleibt das Restaurant ein Brennpunkt in der größeren Debatte über Identität, Zugehörigkeit und die Rolle multikultureller Räume im modernen Deutschland.

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