Historischer Tarifvertrag schließt Ost-West-Lohnlücke in der Bauwirtschaft
Harry JesselHistorischer Tarifvertrag schließt Ost-West-Lohnlücke in der Bauwirtschaft
Historischer Tarifabschluss in der deutschen Bauwirtschaft nach wochenlangen Streiks
Nach wochenlangen Arbeitskämpfen hat die deutsche Bauindustrie einen richtungsweisenden Tarifvertrag ausgehandelt, der die jahrzehntelange Lohnlücke zwischen Ost- und Westdeutschland schließt. Gewerkschaftsvertreter bezeichnen den Durchbruch als "historischen Schritt" für mehr Gerechtigkeit.
Die Verhandlungen führten zu einer Lohnerhöhung von 5,3 Prozent für Beschäftigte in Ostdeutschland – im Vergleich zu 3,9 Prozent im Westen. Damit werden die Einkommen erstmals seit der Wiedervereinigung vor 35 Jahren vollständig angeglichen. Der neue Tarifvertrag entspricht der Gewerkschaftsforderung nach "Ein Land, ein Lohn, ein Gehalt".
Der Abschluss folgt auf einen fast dreiwöchigen Streik, der von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) organisiert wurde. Carsten Burckhardt, stellvertretender IG-BAU-Vorsitzender, lobte das Ergebnis als "Wendepunkt für Fairness in der Branche". Der aktuelle Tarifvertrag gilt bis zum 31. März 2027.
In der deutschen Bauwirtschaft sind bundesweit rund 920.000 Menschen beschäftigt, davon über 600.000 in Westdeutschland, wo die Löhne bisher höher lagen als im Osten. Mit dem neuen Tarifabschluss endet die jahrzehntelange Ungleichheit bei den Entgelten: Bauarbeiter in beiden Regionen erhalten künftig für gleiche Arbeit denselben Lohn. Die Regelung gilt für alle Beschäftigten unter dem neuen Flächentarifvertrag bis 2027.






