Infineon baut Dresdner Halbleiterfabrik aus und schafft 3.900 neue Jobs bis 2026
Harry JesselInfineon baut Dresdner Halbleiterfabrik aus und schafft 3.900 neue Jobs bis 2026
Infineon baut seinen Standort in Dresden massiv aus und stellt neues Personal ein, um eine der größten Halbleiterfabriken Europas in Betrieb zu nehmen. Die neue "Smart Power Fab"-Anlage wird bis Herbst 2026 über 3.900 Mitarbeiter beschäftigen und damit die Bedeutung der Stadt für die Leistungselektronik weiter stärken. Die Expansion erfolgt inmitten eines harten Wettbewerbs im europäischen Technologiesektor und einer wachsenden Nachfrage nach KI-Infrastruktur.
Der Dresdner Standort ist bereits ein zentraler Knotenpunkt für Infineon: Mehr als 3.900 Beschäftigte aus 54 Ländern fertigen dort derzeit 200-mm- und 300-mm-Wafer. Die neue Fabrik wird sich auf Leistungselektronik konzentrieren – ein Schlüsselsektor für die Energieversorgung in Rechenzentren. Bis 2026 will das Unternehmen den boomenden KI-Markt bedienen, der mittlerweile ein Volumen von Milliarden erreicht hat.
Die Halbleiterbranche leidet weiterhin unter einem Mangel an Fachkräften, was Infineon zu einer groß angelegten Rekrutierungsoffensive veranlasst. Gesucht werden unter anderem Instandhaltungstechniker, Anlagenbediener und spezialisierte Ingenieure. Das Unternehmen wirbt auch Quereinsteiger an und lockt mit attraktiven Leistungen, um Talente zu gewinnen.
Unterdessen nimmt Europas Streben nach technologischer Souveränität an Fahrt auf. Konkurrenten wie X-Fab expandieren ebenfalls und setzen Infineon unter Zugzwang, seine Marktposition zu sichern. Analysten prognostizieren, dass die fünf größten Hyperscaler bis 2026 über 700 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur investieren werden. Allein Microsoft hat ein 3,2-Milliarden-Euro-Programm für drei Rechenzentren in der rheinischen Region Deutschlands angekündigt.
Die Infineon-Aktie zeigte zuletzt Schwankungen und verlor im vergangenen Monat fast 9 %. Am Freitag schloss das Papier bei 39,77 Euro, während der gleitende 200-Tage-Durchschnitt bei 37,00 Euro als nächste wichtige Unterstützungsmarke gilt.
Die neue Dresdner Fabrik wird zu einem Eckpfeiler von Infineons europäischen Aktivitäten und unterstützt sowohl das KI-Wachstum als auch energieeffiziente Technologien. Mit dem geplanten Produktionsstart Ende 2026 wird die Anlage eine zentrale Rolle bei der Deckung der steigenden Nachfrage nach fortschrittlichen Halbleitern spielen. Die Personaloffensive und strategischen Investitionen des Unternehmens unterstreichen seinen Anspruch, die Führungsposition in der Branche zu halten.