Karlsruhes Kulturmeilen werden für Jahre zur Großbaustelle – was kommt auf Besucher zu?
Gabi KranzKarlsruhes Kulturmeilen werden für Jahre zur Großbaustelle – was kommt auf Besucher zu?
Karlsruhes Innenstadt steht vor einem tiefgreifenden Wandel, denn drei zentrale Kulturstätten – das historische Schloss, die Kunsthalle und das Badische Staatstheater – werden für umfangreiche Sanierungen geschlossen. Die gleichzeitig laufenden Bauarbeiten werden Jahre dauern und das Viertel zu einem modernen, vernetzten Kulturzentrum umgestalten. Doch die Umbrüche bringen auch Herausforderungen mit sich: lange Schließzeiten und hohe Kosten.
Das Schloss, bereits jetzt für Besucher gesperrt, bleibt voraussichtlich sieben bis zehn Jahre geschlossen, während die Kunsthalle seit 2021 nicht mehr zugänglich ist. Das Staatstheater hat zwar noch geöffnet, muss aber mit erheblichen Einschränkungen kämpfen, da die Baustellen auf dem Schlossplatz und in der Kaiserstraße den Betrieb beeinträchtigen. Alle drei Gebäude, die älter als 50 Jahre sind, leiden unter jahrzehntelanger Vernachlässigung und benötigen dringend moderne Arbeitsabläufe sowie eine zeitgemäße Infrastruktur.
Noch vor der Schließung des Schlosses wurden in einer gut besuchten Versteigerung mehrere Exponate aus dem Landesmuseum verkauft. Doch auch während der Bauphase soll das kulturelle Leben nicht zum Erliegen kommen: Mit Pop-up-Ausstellungen und temporären Veranstaltungen werden kreative Lösungen geschaffen, um der Öffentlichkeit weiterhin Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen.
Die Sanierungen sind ein kostspieliges und komplexes Unterfangen. Während Land und Bund die Arbeiten am Schloss und in der Kunsthalle finanzieren, übernimmt die Stadt die Hälfte der Kosten für das Staatstheater. Um Ressourcen zu bündeln, arbeiten Kunsthalle, Landesmuseum und Theater eng zusammen und setzen auf gemeinsame Projekte. Die Modernisierung des Staatstheaters allein wird bis 2034 andauern, doch das neue "Kleine Haus" soll bereits 2028 eröffnet werden.
Nach Abschluss der Arbeiten sollen die sanierten Gebäude ein vernetztes Kulturzentrum bilden. Barrierefreiheit und gemeinsame Nutzungsflächen sollen Besucher auf neue Weise zusammenbringen.
Am Ende wird Karlsruhe über modernisierte Wahrzeichen und ein belebtes Stadtzentrum verfügen. Schloss, Kunsthalle und Theater werden als einheitlicher Kulturbezirk wiedereröffnet – konzipiert, um das Publikum noch besser einzubinden. Bis dahin müssen sich Einwohner und Touristen jedoch gedulden: Jahre voller Baustellen liegen vor ihnen, bevor die Vision Wirklichkeit wird.






