Kohleausstieg in Gefahr: Merz will Kraftwerke länger laufen lassen
Hans-Theo BaumKohleausstieg in Gefahr: Merz will Kraftwerke länger laufen lassen
Deutschlands geplanter Kohleausstieg könnte sich verzögern, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz vorgeschlagen hat, bestehende Kraftwerke länger am Netz zu lassen. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund von Befürchtungen über Energieengpässe und dem Bedarf an zuverlässigen Stromquellen. Unterdessen lehnt die Grünen-Partei eine Verschiebung ab und betont die Einhaltung des vereinbarten Zeitplans.
Merz (CDU) argumentierte, dass Kohlekraftwerke möglicherweise über ihre geplanten Abschalttermine hinaus betrieben werden müssten. Zudem forderte er einen beschleunigten Bau von Gaskraftwerken, um die Energieversorgung Deutschlands zu sichern. Seine Äußerungen werfen die Frage auf, ob der für 2038 vorgesehene Kohleausstieg verschoben werden könnte.
Die Lausitz, eine traditionelle Bergbauregion, durchläuft bereits tiefgreifende Veränderungen im Zuge des Ausstiegs aus der Braunkohle. Der Energiekonzern LEAG baut dort seine Wind- und Solarprojekte aus, unterstützt durch Bundesmittel. Die Regierung hat LEAG im Rahmen des Kohleausstiegs rund 1,75 Milliarden Euro zugesichert, zusätzlich zu EU-genehmigten Mitteln in Höhe von insgesamt 4,35 Milliarden Euro für LEAG und RWE.
Die Grünen forderten unterdessen Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD) auf, sich gegen eine Verzögerung zu stellen. Sie betonten, dass die Planungsicherheit beim Kohleausstieg entscheidend für die Energiewende bleibe.
Die Debatte über die Zukunft der Kohle in Deutschland hält an – Merz' Vorschlag könnte den Betrieb der Kraftwerke verlängern. Die Bundesregierung hat bereits 41 Milliarden Euro für den Strukturwandel in den Kohleregionen bis 2038 bereitgestellt. Eine Verzögerung hätte Auswirkungen auf die Energiepolitik und den Ausbau der Erneuerbaren.






