Kostenlose Reparaturen im Bremer Reparaturcafé stärken Nachbarschaftshilfe
Kreszentia SchachtKostenlose Reparaturen im Bremer Reparaturcafé stärken Nachbarschaftshilfe
Hinter der Heilig-Geist-Kirche in Bremen betreibt Karem Hasan ein Reparaturcafé, in dem Anwohner kaputte Geräte kostenlos reparieren lassen können. Die Initiative, die im Stadtteil Neue Vahr ins Leben gerufen wurde, hat sich längst zu einer festen Wochenendinstitution entwickelt. Hasans Arbeit erhält bald rechtlichen Rückenwind, denn ab Juli treten neue „Recht auf Reparatur“-Regelungen in Kraft.
Hasan kam 2018 nach Bremen, nachdem er vor dem Krieg in Damaskus geflohen war. Schon acht Monate später eröffnete er das Reparaturcafé, um anderen zu helfen und gleichzeitig in seinem neuen Leben Fuß zu fassen. Die Räumlichkeiten in der August-Bebel-Allee 276 empfangen seitdem jeden Samstag von 10 bis 14 Uhr Besucher, zusätzlich gibt es unter der Woche Öffnungszeiten nach Hasans Hauptjob.
Das Café funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Hasan repariert die Geräte kostenlos, die Kunden bringen lediglich etwaige Ersatzteile selbst mit. Sein Engagement für die Gemeinschaft geht über die Reparaturen hinaus – 2024 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft und trat im Dezember desselben Jahres der SPD bei.
Neue-Vahr-Nord, wo das Café ansässig ist, weist ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 24.400 Euro auf – deutlich weniger als der Bremer Durchschnitt von 40.100 Euro. Die anstehende „Recht auf Reparatur“-Gesetzgebung wird Hersteller verpflichten, Produkte so zu gestalten, dass sie leichter reparierbar sind. Damit unterstützt sie Hasans Ziel, Müll zu reduzieren und bezahlbare Lösungen anzubieten.
Das neue Gesetz tritt im Juli in Kraft und soll Hasans Reparaturarbeit erleichtern, indem es den Zugang zu Produkten verbessert. Sein Café wird weiterhin kostenlose Dienstleistungen anbieten und den Anwohnern in einem Stadtteil mit unterdurchschnittlichen Einkommen helfen, Geld zu sparen. Die Initiative bleibt eine praktische Ressource für das Viertel.






