Krankenkassen droht Milliarden-Defizit: Reformen dringend nötig
Kreszentia SchachtKrankenkassen droht Milliarden-Defizit: Reformen dringend nötig
Das deutsche gesetzliche Krankenversicherungssystem steht vor einer wachsenden Finanzkrise. Neue Prognosen zeigen ein Defizit von 3,5 Milliarden Euro für das Jahr 2023 – deutlich höher als bisher angenommen. Der Bundestag wird am kommenden Freitag in erster Lesung über die von der Regierung vorgeschlagenen Reformen beraten.
Die Ausgaben der Krankenkassen stiegen zu Beginn des Jahres 2023 stark an. Allein im ersten Quartal kletterten die Kosten um 7,8 Prozent – ein Wert, der deutlich über der ursprünglich für das gesamte Jahr prognostizierten Steigerung von 6,5 Prozent liegt. Die finanzielle Belastung wird sich bis 2025 voll entfalten, wobei in den Folgejahren mit weiter wachsenden Defiziten zu rechnen ist.
Die aktuellen Zahlen zeichnen ein düsteres Bild: Für 2027 wird nun eine Lücke von 2,5 Milliarden Euro erwartet, die bis 2029 auf 4,4 Milliarden Euro anwachsen könnte. Bis 2030 könnte sich das Defizit sogar auf 5,8 Milliarden Euro belaufen. Selbst für 2028 wird ein Fehlbetrag von 1,9 Milliarden Euro prognostiziert.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte zuvor ein Sparpaket vorgeschlagen, das unter anderem einen finanziellen Puffer von einer Milliarde Euro für die Krankenkassen vorsah. Angesichts der verschärften Prognosen könnten nun jedoch tiefgreifendere Kürzungen oder zusätzliche Mittel erforderlich sein.
Die Debatte im Bundestag am Freitag markiert den ersten Schritt zur Bewältigung der Krise. Die Abgeordneten müssen nun entscheiden, wie die wachsende Finanzlücke geschlossen werden kann. Ohne Gegenmaßnahmen drohen den Versicherungen und Patienten in den kommenden Jahren steigende Kosten.






