Krimifestival in Wiesbaden wagt mutigen Blick auf Rechtsextremismus und politische Gewalt
Harry JesselKrimifestival in Wiesbaden wagt mutigen Blick auf Rechtsextremismus und politische Gewalt
Das Deutsche Krimifestival macht in diesem Jahr mit einem mutigen Fokus auf Rechtsextremismus von sich reden. Eine Sonderfolge von Tatort mit dem Titel „Rechtsaußen“ hat Debatten darüber entfacht, wie Krimiserien politische Gewalt thematisieren sollten. Die Veranstaltung in Wiesbaden will das Publikum nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen.
Am 7. Mai 2023 veranstaltete das Festival im Caligari Filmbühne eine Podiumsdiskussion. Tahera Ameer, Laila Stieler und Melvina Kotios leiteten die Diskussion darüber, wie Rechtsextremismus in Krimiformaten dargestellt werden sollte. Dabei ging es um die Frage, ob Fiktion reale Bedrohungen abbilden oder sie möglicherweise dramatisieren und damit verharmlosen könnte.
Im Mittelpunkt stand zudem ein Drehbuchwettbewerb, für den über 60 Autor:innen Beiträge einreichten. Nur vier davon wurden für Live-Lesungen ausgewählt – alle setzten sich mit Themen wie rechtsextremer Gewalt, Online-Radikalisierung und Angriffen auf Minderheiten auseinander. Einen Tag später wurden die Gewinner beim Deutschen Krimipreis bekannt gegeben.
Mit der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus bricht das Festival bewusst mit traditionellen Krimierzählungen. Durch die Kombination von Podiumsdiskussionen und Drehbuchwettbewerb wollten die Veranstalter eine intensivere Beschäftigung mit drängenden gesellschaftlichen Fragen anstoßen. Die ausgewählten Werke und Debatten könnten prägend dafür sein, wie künftige Krimiformate politische Gewalt behandeln.






