19 March 2026, 16:30

Kulturminister Weimer löst mit Buchpreis-Ausschluss Empörung und Rücktrittsforderungen aus

Eine Gruppe von Menschen, die Bücher auf einem Messestand mit Regalen voller Bücher, Informationsschildern und Deckenbeleuchtung durchstöbert.

Buhrufe und Kritik für Wolfram Weimer in Leipzig - Kulturminister Weimer löst mit Buchpreis-Ausschluss Empörung und Rücktrittsforderungen aus

Kulturminister Wolfram Weimer hat mit dem Ausschluss von drei linksgerichteten Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis 2025 für Aufsehen gesorgt. Die Entscheidung, die um den 4. März 2026 bekannt gegeben wurde, löste massive Kritik aus und führte sogar zur Absage der Preisverleihung. Proteste und Verurteilungen folgten, während die Forderungen nach Weimers Rücktritt immer lauter wurden.

Die drei betroffenen Buchhandlungen – Rote Straße in Göttingen, The Golden Shop in Bremen sowie ein dritter, namentlich nicht genannter Laden – warfen Weimer vor, sie nachträglich aufgrund seiner ultra-konservativen Haltung disqualifiziert zu haben. Medien wie die taz und das Börsenblatt sowie Organisationen wie die Kurt Wolff Stiftung und PEN Berlin hinterfragten die Rechtmäßigkeit seines Vorgehens, insbesondere die Einbindung des Verfassungsschutzes.

Bei der Eröffnungsfeier der Leipziger Buchmesse sah sich Weimer offener Feindseligkeit ausgesetzt. Teile des Publikums buhten ihn aus, während Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung eine spürbar kühle Begrüßung hielt. Vor dem Gewandhaus versammelten sich Hunderte Demonstranten, die Weimers Rücktritt forderten und ihn als "Kulturkampfminister" brandmarkten.

Neben der Preiskontroverse stoppte Weimer auch die mit 7 Millionen Euro veranschlagte Erweiterung des Leipziger Standorts der Deutschen Nationalbibliothek – ein Projekt, das bereits acht Jahre in Planung war. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer kritisierte den Schritt öffentlich. Trotz der massiven Gegenreaktionen verteidigte Weimer seine Entscheidungen und berief sich in seiner Rede auf den Philosophen Jürgen Habermas, der zu Vernunft und Dialog aufgerufen habe.

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Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels verurteilte Weimers Vorgehen und warf ihm vor, linke Stimmen unterdrücken zu wollen. Als Reaktion schlug Weimer eine Zusammenarbeit mit dem Verband vor, um den Preis zu "reaktivieren", unter anderem mit einer neuen Kategorie für Kinder- und Jugendbuchhändler.

Die Folgen von Weimers Entscheidungen waren schnell und verheerend: Die Preisverleihung wurde abgesagt, die Proteste nahmen zu, und wichtige Vertreter aus Politik und Verlagswelt distanzierten sich von seiner Linie. Die Zukunft des Deutschen Buchhandlungspreises – und Weimers Rolle darin – bleibt ungewiss.

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