19 March 2026, 18:23

Leipziger Buchmesse lädt Kulturminister Weimer aus – nach monatelangen Konflikten

Ein detaillierter Stadtplan von Leipzig, Deutschland, aus einem alten Buch, der Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten auf altem Papier zeigt.

Leipziger Buchmesse lädt Kulturminister Weimer aus – nach monatelangen Konflikten

Bundeskulturminister Wolfram Weimer sagt geplanten Besuch der Leipziger Buchmesse ab

Bundeskulturminister Wolfram Weimer hat seinen geplanten Besuch der Leipziger Buchmesse abgesagt, nachdem ihn die Veranstalter offiziell ausgeladen hatten. Die Absage folgt auf wochenlange Kontroversen um seine Amtsführung, darunter Konflikte mit der Berlinale und linksgerichteten Buchhandlungen. Kritiker werfen ihm vor, es fehle ihm an der nötigen Standfestigkeit für sein Amt – zudem gehe er öffentlichen Debatten aus dem Weg.

Der Ausschluss Weimers erfolgte, nachdem Alfonso de Toro, ehemaliger Leipziger Literaturprofessor, erklärt hatte, die Ansichten des Ministers stünden im Widerspruch zum Ruf der Stadt als Ort der Toleranz und Vielfalt. Die Entscheidung spiegle eine breitere Unzufriedenheit mit Weimers jüngsten Handlungen wider, darunter sein gescheiterter Versuch, die Berlinale-Direktorin Tricia Tuttle abzulösen. Tuttle hatte die Unterstützung des Festivals für pro-palästinensische Stimmen verteidigt, etwa durch gemeinsame Auftritte mit dem Team des Films Tagebuch einer Belagerung (Diary of a Siege) oder die Zulassung politischer Statements bei der Preisverleihung 2026. Weimers Vorstoß zur Entlassung Tuttles scheiterte letztlich am Widerstand der Kulturbranche.

Zudem sah sich der Minister mit Kritik konfrontiert, nachdem er linksalternative Buchhandlungen von der Longlist des Deutschen Buchpreises gestrichen und nur halbherzigen Widerstand gegen die Expansionspläne der Nationalbibliothek geleistet hatte. Seine Abwesenheit von der Leipziger Messe galt angesichts der massiven Vorwürfe als erwartet – viele Beobachter warfen ihm vor, er entziehe sich der öffentlichen Auseinandersetzung, obwohl sein Amt gerade den Dialog mit abweichenden Meinungen erfordere.

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Weimers Absage unterstreicht die wachsende Kluft zwischen seiner Führung und zentralen Akteuren der Kulturszene. Seine Entscheidungen in den Fällen Berlinale, Buchpreis und Bibliothekspolitik stoßen auf anhaltenden Widerstand. Die Leipziger Ausladung zeigt, wie sehr sein Kurs Teile der Branche, die er eigentlich vertreten soll, vor den Kopf stößt.

Quelle