04 May 2026, 08:26

Massiver Protest gegen geplantes Gaskraftwerk in der Ingelheimer Aue

Menschen sitzen vor einem Gebäude mit Fenstern und Schildern auf dem Boden während einer Klimawandel-Demonstration in Berlin, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Massiver Protest gegen geplantes Gaskraftwerk in der Ingelheimer Aue

Pläne des Kraftwerks Mainz-Wiesbaden (KMW) für den Bau eines Gaskraftwerks auf der Überflutungsfläche Ingelheimer Aue stoßen auf massiven Widerstand. Eine Allianz aus Umweltschutzorganisationen, darunter der BUND Mainz und Scientists for Future, verurteilt das Vorhaben als überholt und klimaschädlich. Die Investition von 44 Millionen Euro würde die Region ihrer Ansicht nach für Jahrzehnte an fossile Energieträger binden – ein klarer Widerspruch zu den Klimazielen.

Die Initiative, zu der auch Scientists for Future und der BUND Mainz gehören, warnt vor gravierenden Folgen des Projekts. Das Kraftwerk stehe im direkten Konflikt mit dem Ziel der Stadt Mainz, bis 2035 klimaneutral zu werden. Statt auf Gas zu setzen, fordern die Gruppen den Ausbau von Batteriespeichern als erprobte und kostengünstige Alternative. Die Produktionskosten für Batteriesysteme seien in den letzten 15 Jahren von etwa 1.300 Euro pro Kilowattstunde auf nur noch 90 Euro gesunken, so die Aktivisten.

Gegen das Vorhaben wurden zehn formelle Einsprüche beim Strukturdirektion Süd (SGD Süd), der zuständigen Genehmigungsbehörde, eingereicht. Eine für den 7. Mai geplante Anhörung wurde später abgesagt, nachdem die SGD Süd die Bedenken als „hinreichend konkret und substantiiert“ einstuft hatte.

Kritik gibt es auch an den langfristigen Plänen von KMW, das Kraftwerk später auf Wasserstoff umzurüsten. Maren Goschke vom BUND Mainz bezeichnet dies als „realitätsfern, ökologisch fragwürdig und wirtschaftlich nicht tragfähig“. Prof. Friedhelm Schönfeld von Scientists for Future Mainz nennt die weitere Abhängigkeit von fossilen Energien „verantwortungslos“ und fordert eine konsequente Wende hin zu nachhaltigen Lösungen.

Der Konflikt zeigt die Spannung zwischen Energiepolitik und Klimaschutz auf. Mit der abgesagten Anhörung und den anerkannten Einsprüchen steht das Projekt nun vor erheblichen regulatorischen und öffentlichen Hürden. Die Opposition betont, dass Batteriespeicher und erneuerbare Energien einen zukunftsfähigeren Weg darstellen.

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