27 April 2026, 12:35

Neuer Schulroman bringt den armenischen Völkermord ins Klassenzimmer

Ein hoher Denkmal mit einer Uhr darauf, mit Inschrift, steht in einem Park umgeben von Bäumen und Gebäuden unter einem klaren Himmel, zum Gedenken an den 24. Jahrestag des Völkermords in Armenien.

Neuer Schulroman bringt den armenischen Völkermord ins Klassenzimmer

Ein neu erschienener Roman bringt den Völkermord an den Armeniern 1915 in deutsche Klassenzimmer. "Auf der Straße haben wir andere Namen" von Laura Cwiertnia wurde im März vom Reclam Verlag als Pflichtlektüre für Schulen veröffentlicht. Das Buch verbindet historisches Trauma mit modernen Themen wie Migration und Identität – 111 Jahre nach den Massenmorden an Armeniern im Osmanischen Reich.

Zwischen 1915 und 1916 wurden etwa 1,5 Millionen Armenier unter osmanischer Herrschaft systematisch ermordet. Deutschland, damals Verbündeter des Osmanischen Reiches, war in die Gräueltaten verstrickt. Dennoch findet der Völkermord im Schulunterricht kaum Erwähnung, obwohl der Bundestag 2016 eine Resolution für seine Aufnahme in die Lehrpläne verabschiedete.

Cwiertnias Roman verflicht Geschichten von Überleben, Diskriminierung und den Erfahrungen türkischer Gastarbeiter in Deutschland. Die Literaturwissenschaftlerin Swantje Ehlers steuerte ein Nachwort bei, das Schülern helfen soll, die historischen und emotionalen Dimensionen des Textes zu erschließen. Ziel ist es, junge Leser mit einem dunklen, oft vernachlässigten Kapitel der Geschichte zu konfrontieren.

Lehrkräfte sehen sich jedoch mit praktischen Hindernissen konfrontiert: Überfüllte Lehrpläne, Zeitmangel und fehlende Materialien führen dazu, dass der Völkermord häufig ausgelassen wird. Befürworter argumentieren, dass Literatur wie die von Cwiertnia diese Lücke schließen könnte – indem sie das Thema für Schüler greifbarer und unmittelbarer macht.

Die Veröffentlichung von "Auf der Straße haben wir andere Namen" markiert einen Schritt hin zu einer Auseinandersetzung mit dem armenischen Völkermord im deutschen Schulunterricht. Während die Bundestagsresolution von 2016 weiterhin unumgesetzt bleibt, haben Pädagogen nun ein neues Werkzeug, um das Thema einzuführen. Ob dies zu umfassenderen Änderungen in den Lehrplänen führt, bleibt abzuwarten.

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