NRW-Wohnungsbau bricht ein: Neubauten auf 14-Jahres-Tief trotz Mönchengladbacher Erfolgsmodell
Hans-Theo BaumNRW-Wohnungsbau bricht ein: Neubauten auf 14-Jahres-Tief trotz Mönchengladbacher Erfolgsmodell
Nordrhein-Westfalen verzeichnet dramatischen Rückgang im Wohnungsbau – Neubauten auf 14-Jahres-Tief
In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der fertiggestellten Wohnungen auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gesunken. 2025 wurden nur noch 37.185 neue Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang um 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Steigende Kosten, höhere Kreditzinsen und weniger Baugenehmigungen haben den Einbruch in der gesamten Region verstärkt.
Die Wohnungsmarktkrise im Land hat sich seit 2020 weiter verschärft. Die Zahl der Baugenehmigungen sank um 27,4 Prozent, während die Baukosten allein im ersten Halbjahr 2025 um 3,2 Prozent stiegen. Ein entscheidender Wendepunkt war das Jahr 2022, als die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank die Finanzierungskosten in die Höhe trieben und neue Projekte deutlich teurer machten.
Mönchengladbach als positive Ausnahme Trotz des allgemeinen Abschwungs schwimmt Mönchengladbach gegen den Strom: Die Stadt verdreifachte 2025 nahezu ihre Fertigstellungen und vollendete 758 Wohnungen. Mit einer Bauquote von 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner lag die Stadt 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt und belegte unter den kreisfreien Städten Platz drei – nur Köln und Münster bauten mehr.
Der Erfolg der Stadt geht auf die 2023 gestartete Wohnungsbauinitiative zurück, im Rahmen derer rund 43 Millionen Euro in die städtische Wohnungsbaugesellschaft WohnBau flossen. Zudem steigerte Mönchengladbach die Ausgaben für den sozialen Wohnungsbau massiv: 2024 wurden 274 Prozent des vorgesehenen Budgets genutzt – nach nur fünf Prozent im Jahr 2021.
Landweit bleibt die Lage angespannt In ganz Nordrhein-Westfalen fällt die Bilanz jedoch ernüchternd aus: Die Bauquote liegt aktuell bei nur noch 19,8 Wohnungen pro 10.000 Einwohner – der niedrigste Wert seit über einem Jahrzehnt.
Während Mönchengladbach durch gezielte Investitionen und politische Weichenstellungen eine Vorreiterrolle einnimmt, kämpft der Rest des Landes mit sinkenden Bauzahlen, explodierenden Kosten und schwierigeren Finanzierungsbedingungen. Angesichts des 14-Jahres-Tiefs bei den Fertigstellungen wächst der Druck, die Trendwende einzuleiten.






