Ölpreise explodieren: Brent-Rohöl über 113 Dollar – Industrie in der Krise
Harry JesselÖlpreise explodieren: Brent-Rohöl über 113 Dollar – Industrie in der Krise
Die Ölpreise sind auf fast Rekordniveau gestiegen, nachdem die Spannungen im Nahen Osten den Preis für Brent-Rohöl auf über 113 Dollar pro Fass getrieben haben. Die Krise hat bereits zu deutlichen Kursverlusten bei Industrieaktien geführt – die Aktien von Thyssenkrupp erreichten ein 52-Wochen-Tief. Unterdessen bereitet die Bundesregierung Notfallmaßnahmen vor, um die Belastung durch die gestiegenen Spritpreise abzumildern.
Der jüngste Preisanstieg begann Anfang März 2026, als die Eskalation im Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus behinderte. Angriffe auf Schiffe und regionale Instabilität trieben den Preis für Brent-Rohöl innerhalb weniger Tage von etwa 78 auf über 100 Dollar pro Fass in die Höhe – ein Anstieg um 30 bis 35 Prozent. Seither ist der Preis für OPEC-Öl noch weiter gestiegen und erreichte 143 Dollar. Diese Werte liegen etwa 70 bis 80 Prozent über dem Vorkrisenniveau, als die Preise Anfang 2020 noch unter 60 Dollar pro Fass lagen.
Das globale Öldefizit beträgt derzeit rund 11 Millionen Fass pro Tag. Analysten warnen, dass ein anhaltender Konflikt die Risikoaufschläge monatelang hoch halten könnte, was den Preisdruck weiter verstärken würde. Industrieunternehmen spüren die Auswirkungen bereits: Die Aktien von Thyssenkrupp sind in den letzten 30 Tagen um 31 Prozent eingebrochen und liegen fast 44 Prozent unter ihrem Höchststand von Oktober. Am Mittwoch erreichte die Aktie mit 7,46 Euro ein neues Tief.
Die stark gestiegenen Ölpreise haben die Produktionskosten von Thyssenkrupp in die Höhe getrieben und das Unternehmen gezwungen, die Produktion an seinem französischen Standort zu drosseln. Zudem kämpft der Konzern mit billigen Importen, was die finanzielle Belastung weiter verschärft. Als Reaktion auf die Krise hat Bundeskanzler Friedrich Merz den geplanten Kohleausstieg Deutschlands bis 2038 infrage gestellt und auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Versorgung der Industrie zu sichern. Die Regierung arbeitet derzeit an einem Entlastungspaket für die Spritpreise und erwägt die Freigabe nationaler Ölreserven, um die Märkte zu stabilisieren.
Der Ölprieschub hat Industriegiganten wie Thyssenkrupp bereits hart getroffen – sowohl die Aktienkurse als auch die Produktion geraten unter Druck. Während die Regierung Notfallpläne ausarbeitet, rückt nun die Frage in den Fokus, wie lange die hohen Preise anhalten werden – und ob weitere Eingriffe nötig sein werden, um Unternehmen und Verbraucher zu schützen.






