10 May 2026, 16:21

Pflegereform droht höhere Eigenanteile für Heimbewohner und Angehörige

Alte Frau im Krankenhausbett liegend mit gefalteten H"anden, geschlossenen Augen und Kopf auf den H"anden ruhend, umgeben von Menschen im Hintergrund.

Pflegereform droht höhere Eigenanteile für Heimbewohner und Angehörige

Eine geplante Reform der deutschen Pflegeversicherung hat Sorgen über steigende Kosten für Bewohner und ihre Angehörigen ausgelöst. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wird Mitte Mai einen Entwurf vorlegen, der unter anderem Änderungen vorsieht, wie lange Versicherte sich an den Kosten für Pflegeeinrichtungen beteiligen müssen. Kritiker warnen, dass die Anpassungen die finanzielle Belastung für Hilfsbedürftige weiter verschärfen könnten.

Nach dem aktuellen System werden die Eigenanteile für stationäre Pflege nach zwölf Monaten reduziert. Der neue Vorschlag sieht vor, diese Frist auf 18 Monate zu verlängern. Zwar könnte diese Maßnahme die Pflegekassen kurzfristig entlasten, doch Experten befürchten, dass sie das schrittweise Entlastungsmodell untergräbt, das Bewohnern langfristig helfen soll.

Die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, lehnt jede Erhöhung der Zuzahlungen entschieden ab. Sie betonte, dass die Pflegeversicherung auf dem Prinzip der Generationensolidarität beruhe, bei dem Familien die Last oft gemeinsam tragen. Welskop-Deffaa warnte zudem, dass die Neuregelung Menschen dazu verleiten könnte, vor dem Einzug in ein Pflegeheim Vermögen an Angehörige zu übertragen – was die Fairness des Systems gefährden würde.

Über die finanziellen Aspekte hinaus forderte sie eine stärkere Unterstützung für pflegende Angehörige, die eine zentrale Rolle in der Versorgung einnehmen. Die Reform dürfe keinesfalls Leistungen wie die beitragsfreie Familienmitversicherung, gestaffelte Beitragssätze oder Rentenbeiträge für Pflegepersonen kürzen, so Welskop-Deffaa. Ohne diese Sicherungen könnte die Bindung der Versicherten an das solidarische System bröckeln.

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Der Reformentwurf wird Mitte Mai vorgestellt; die Debatten werden sich voraussichtlich darauf konzentrieren, wie Kosteneinsparungen mit den Bedürfnissen von Pflegebedürftigen und ihren Familien in Einklang gebracht werden können. Sollte die Verlängerung der Eigenbeteiligung beschlossen werden, könnte sie bereits bald in Kraft treten und tausende Menschen betreffen, die auf stationäre Langzeitpflege angewiesen sind. Der Caritasverband und andere Interessenvertreter setzen sich weiterhin dafür ein, weitere finanzielle Härten für besonders schutzbedürftige Gruppen zu verhindern.

Quelle