Pro Bahn deckt Licht und Schatten der neuen VRR- und Rheinland-Tarife auf
Hans-Theo BaumPro Bahn deckt Licht und Schatten der neuen VRR- und Rheinland-Tarife auf
Pro Bahn analysiert aktuelle Tarifänderungen im VRR und im Rheinland
Der Fahrgastverband Pro Bahn hat die jüngsten Tarifanpassungen im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und im Rheinland-Tarif unter die Lupe genommen. Die Bewertung zeigt sowohl Fortschritte als auch anhaltende Probleme bei den neuen elektronischen eezy-Tarifen auf. Einige Preismodelle bleiben für Fahrgäste unnötig kompliziert.
Gelobt wurden von der Organisation vor allem die Tageskarten im VRR sowie die monatliche Preisobergrenze in beiden Netzen. Auch die Einzelkindertarife im VRR wurden als fair bewertet.
Kritik übt Pro Bahn jedoch daran, dass digitale Tickets nicht immer die günstigste Option garantieren. Besonders der eezy-Tarif sieht in mehreren Stufen keine tagesbasierte Preisdeckelung vor – Nutzer:innen könnten so mehr zahlen als für ein klassisches 24-Stunden-Ticket. Zudem führen unterschiedliche Tarifzonen auf bestimmten Strecken zu Kostenvorteilen, was die Preisgestaltung zusätzlich verkompliziert.
Die Fahrgastvertretung fordert, dass digitale Tarife automatisch den besten verfügbaren Tagespreis bieten sollten. Zudem kritisiert sie, dass es in beiden Netzen keine speziellen Tageskarten für allein reisende Kinder gibt. Gelegentliche Fahrgäste, Familien und unbegleitete Kinder stehen damit weiterhin vor einem undurchsichtigen System, wenn sie das günstigste Angebot suchen.
Pro Bahn begrüßt zwar die durch eezy erreichten Vereinfachungen, betont aber, dass zentrale Schwächen bestehen bleiben. Fahrgäste müssten nach wie vor verschiedene Tarifmodelle vergleichen, um das beste Angebot zu finden. Die Organisation drängt auf weitere Reformen, damit digitale Tickets durchgehend die preiswerteste Option bieten.
