RAW-Gelände in Berlin: Kulturszene kämpft um ihr Überleben gegen Investorenpläne
Kreszentia SchachtRAW-Gelände in Berlin: Kulturszene kämpft um ihr Überleben gegen Investorenpläne
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes – ein kulturelles Zentrum mit Clubs, Bars und Veranstaltungsorten – steht auf dem Spiel. Ein Streit zwischen der Kurth-Gruppe und der Stadt hat die Pläne für das Areal blockiert und gefährdet damit die lebendige Szene vor Ort.
Das RAW-Gelände war einst ein Bahnbetriebswerk der Reichsbahn. Nach dem Fall der Berliner Mauer entwickelte es sich zu einem kulturellen Hotspot mit Konzertsälen, einem Biergarten, einer Skatehalle und Märkten.
Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Frage, wie viele Wohnungen gebaut werden sollen und ob die historischen Hallen, in denen Clubs und Kulturstätten untergebracht sind, erhalten bleiben. Die Kurth-Gruppe fordert eine beschleunigte Baugenehmigung als Voraussetzung für die weitere Planung. Das Unternehmen wirft der Stadt vor, frühere Absprachen gebrochen zu haben, während die Stadt der Gruppe vorwirft, die vielfältige Szene des Geländes zu gefährden.
Mitte Mai legten Senat und Bezirk einen Rahmenvertrag vor, den die Kurth-Gruppe jedoch ablehnte – seither herrscht Stillstand. Dutzende Demonstranten versammelten sich vor den Büros des Unternehmens und forderten die Wiederaufnahme der Gespräche.
Einige Mieter, darunter der Club Cassiopeia, haben bereits Räumungsklagen erhalten. Der Club könnte bereits nächste Woche zwangsgeräumt werden.
Die Pattsituation lässt die Zukunft des RAW-Geländes ungewiss. Ohne eine Einigung drohen weitere Räumungen, und die kulturellen Einrichtungen, die das Viertel prägen, könnten für immer verschwinden. Stadt und Kurth-Gruppe müssen nun einen Kompromiss finden, um weitere Zerstörung zu verhindern.
