Rechtsextreme Vorfälle an sächsischen Schulen erreichen alarmierenden Höchststand
Hans-Theo BaumRechtsextreme Vorfälle an sächsischen Schulen erreichen alarmierenden Höchststand
Rechtsextreme Vorfälle an sächsischen Schulen nehmen dramatisch zu
In den Schulen Sachsens haben sich rechtsextreme Vorfälle im vergangenen Jahr stark gehäuft. Berichte über rassistische Beleidigungen, Nazi-Symbole und gewalttätige Drohungen sind deutlich angestiegen – allein 2024 wurden 245 Fälle dokumentiert. Lehrkräfte und Gewerkschaften fordern nun wirksamere Schutzmaßnahmen und klarere Handlungsanweisungen, um das wachsende Problem einzudämmen.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl rechtsextremer Vorfälle an sächsischen Schulen um 60 Prozent. Schüler:innen zeigten Hakenkreuze auf Heften, vollführten Hitlergrüße oder trugen T-Shirts mit der Aufschrift "White Power". Ein Arbeitsblatt wurde sogar mit "Heil Hitler" unterzeichnet. In einigen Fällen forderten Schüler:innen, dass Mitschülerinnen mit Kopftuch in Konzentrationslager gebracht werden sollten.
Die Bildungsgewerkschaft GEW bezeichnet die Entwicklung als "höchst alarmierend". Claudia Maaß, stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft, geht davon aus, dass viele Vorfälle gar nicht gemeldet werden. Sie warnt, dass Lehrkräfte, die sich offen gegen rechtsextreme Positionen stellen, mit Einschüchterungen und Drohungen konfrontiert werden. Die GEW drängt nun auf die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle innerhalb der Schulverwaltung, die Betroffene und Schulen in solchen Fällen unterstützt.
Gleichzeitig fordert die Gewerkschaft das Kultusministerium auf, die Pflichten von Lehrkräften im Umgang mit antidemokratischem Verhalten klarer zu regeln. Die Landesregierung hat das Problem zwar anerkannt und eine Präventionsstrategie eingeführt, doch Kritiker:innen halten die Maßnahmen für unzureichend. Es müsse mehr getan werden, um Lehrkräfte und Schüler:innen zu schützen.
Laut Polizeistatistiken wurden 185 der gemeldeten Vorfälle 2024 als rechtsextrem motivierte Straftaten eingestuft. Zwei Drittel der schulbezogenen Fälle fielen in den Bereich der Strafbarkeit und erforderten polizeiliches Einschreiten.
Der Anstieg rechtsextremer Aktivitäten setzt die Schulen in Sachsen zunehmend unter Druck. Da mit einer weiteren Zunahme der Vorfälle im Jahr 2025 gerechnet wird, fordern Lehrkräfte und Gewerkschaften bessere Schutzmechanismen und eindeutigere Regeln. Wie effektiv die Schulen Extremismus bekämpfen und gleichzeitig diejenigen schützen können, die sich dagegen aussprechen, hängt maßgeblich von der Reaktion des Landes ab.