14 March 2026, 12:24

Riester-Rente adé: Warum die geplante Altersvorsorge-Reform für Streit sorgt

Eine alte Zeitungsanzeige für das Pensionshaus in Dresden, Deutschland, mit schwarzem Text auf weißem Hintergrund.

Günstigere Rente gefordert: 100.000 Menschen unterzeichnen Petition - Riester-Rente adé: Warum die geplante Altersvorsorge-Reform für Streit sorgt

In Deutschland steht eine grundlegende Reform des privaten Altersvorsorgesystems bevor, die das bisherige Riester-Renten-Modell ablösen soll. Der Regierungsentwurf sieht ein neues Standardprodukt mit einer Gebührenobergrenze von 1,5 Prozent sowie höhere staatliche Zuschüsse für Sparer vor. Verbraucherschützer kritisieren jedoch, dass die geplanten Änderungen nicht weit genug gehen, um die Altersvorsorge vor überhöhten Kosten zu schützen.

Kritiker, darunter die Stiftung Finanztip, haben in einer Petition bereits über 100.000 Unterschriften gesammelt, mit der sie strengere Gebührenlimits fordern. Sie warnen, dass selbst kleine prozentuale Unterschiede die spätere Rentenauszahlung über die Jahre deutlich schmälern können.

Im Mittelpunkt der Reform steht ein vereinfachtes, staatlich gefördertes Altersvorsorgeprodukt, das höhere Renditen verspricht. Im neuen System könnte ein größerer Teil der Beiträge in risikoangepasste Anlagen fließen. Zudem soll der Wechsel zwischen Anbietern erleichtert werden – ein häufiger Kritikpunkt an der bisherigen Unflexibilität von Riester-Verträgen.

Um die Teilnahme zu fördern, schlägt die Regierung eine höhere, einkommensabhängige Grundförderung vor. Doch die im Gesetzentwurf vorgesehene Gebührenobergrenze von 1,5 Prozent stößt auf massive Ablehnung. Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip, bezeichnete den Grenzwert als zu hoch und verwies auf Studien, die zeigen, wie stark Gebühren die Ersparnisse über Jahrzehnte aushöhlen.

Eine aktuelle Umfrage von Finanztip ergab, dass 78 Prozent der potenziellen Nutzer niedrige Gebühren als entscheidendes Kriterium für ihre Teilnahme ansehen. Viele unterschätzen jedoch, wie selbst eine jährliche Gebühr von 1,5 Prozent ihre spätere Rente spürbar verringern kann. Berechnungen der Stiftung zeigen, dass eine niedrigere Obergrenze – wie die von ihr geforderten 0,5 Prozent – den Sparern im Ruhestand deutlich mehr Geld belassen würde.

Die öffentliche Unterstützung für strengere Regulierungen ist deutlich: Über 100.000 Menschen haben die Petition von Finanztip unterzeichnet, während nur 23 Prozent der Befragten die geplante 1,5-Prozent-Grenze der Regierung für akzeptabel halten. Weitere 28 Prozent würden maximal ein Prozent tolerieren – ein klarer Unterschied zwischen den offiziellen Plänen und den Erwartungen der Sparer.

Ob die Reform gelingt, könnte davon abhängen, ob die Regierung ihre Gebührenvorgaben an die öffentliche Nachfrage anpasst. Während Verbraucherorganisationen eine Obergrenze von 0,5 Prozent fordern, wird die endgültige Gesetzesfassung darüber entscheiden, wie viele Menschen das neue System nutzen werden. Gleichzeitig wird sie maßgeblich beeinflussen, wie viel Geld den Sparern am Ende tatsächlich zur Verfügung steht.

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