29 March 2026, 14:26

Schwarz Gruppe baut 11-Milliarden-Euro-Rechenzentrum für europäische Datensouveränität

Diagramm eines Cloud-Computing-Systems mit mehreren Geräten (Laptop, Mobiltelefon, Tablet), die über sichere Schlösser verbunden sind und den sicheren Zugriff auf Anwendungen und Daten von jedem vernetzten Gerät veranschaulichen.

Schwarz Gruppe baut 11-Milliarden-Euro-Rechenzentrum für europäische Datensouveränität

Europa drängt auf mehr Kontrolle über seine digitale Zukunft – Unternehmen und Regierungen unternehmen Schritte, um die Abhängigkeit von ausländischer Technologie zu verringern. Das Konzept der digitalen Souveränität, also die Steuerung von Daten, Infrastruktur und Innovation innerhalb Europas, gewinnt zunehmend an Fahrt. Ein wichtiger Akteur in dieser Entwicklung ist die Schwarz Gruppe, die massiv in eine eigene digitale Infrastruktur investiert, um europäische Daten im Inland zu halten.

Die Schwarz Gruppe, vor allem bekannt durch ihre Handelsketten wie Lidl und Kaufland, expandiert über ihre Sparte Schwarz Digits in den Bereich der digitalen Infrastruktur. Unter der Leitung von Rolf Schumann und Christian Müller entsteht eine hauseigene Cloud-Plattform namens Stackit. Dieses System stellt sicher, dass Daten in Europa bleiben, und setzt dabei auf Open-Source-Technologie für Transparenz und Nachverfolgbarkeit.

Erst kürzlich kündigte das Unternehmen ein 11-Milliarden-Euro-Rechenzentrum in Lübbenau (Brandenburg) an. Die Anlage, die Platz für 100.000 Grafikprozessoren (GPUs) bieten soll, wird nicht nur die Daten der Schwarz Gruppe verarbeiten, sondern Überschusskapazitäten auch externen Kunden zur Verfügung stellen. Dieser Schritt steht für einen größeren Trend, bei dem Einzelhandel, Technologie und Geopolitik zunehmend verschmelzen.

Schumann argumentiert, dass Europa in der künstlichen Intelligenz (KI) führend sein könne – vorausgesetzt, die Technologie werde als Produktivitätstreiber und nicht als regulatorische Last betrachtet. Sein Credo: Verantwortungsvolle Rahmenbedingungen statt restriktiver Vorschriften würden Wertschöpfung freisetzen und Europa im globalen Wettbewerb stärken. Auch regionale Regierungen ziehen nach: Schleswig-Holstein etwa stellt bis Oktober 2025 auf Open-Source-Lösungen wie Open Xchange und Thunderbird um, um sich von nicht-europäischen Anbietern zu lösen.

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Die Investitionen der Schwarz Gruppe in digitale Infrastruktur markieren einen wichtigen Schritt hin zu einer europäischen digitalen Unabhängigkeit. Mit dem neuen Rechenzentrum und dem Fokus auf Open-Source-Lösungen will das Unternehmen eine Vorreiterrolle einnehmen. Wenn immer mehr Unternehmen und Behörden diesem Beispiel folgen, könnte der Drang nach digitaler Souveränität in den kommenden Jahren grundlegend verändern, wie Europa mit Daten und Technologie umgeht.

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