Stuttgart 21: Eröffnung erst 2031 – Kosten explodieren auf 14,5 Milliarden Euro
Gabi KranzStuttgart 21: Eröffnung erst 2031 – Kosten explodieren auf 14,5 Milliarden Euro
Die Eröffnung von Stuttgart 21 verschiebt sich auf das Jahr 2031. Das Vorhaben, dessen Kernstück ein neuer unterirdischer Bahnhof ist, sollte ursprünglich 2026 abgeschlossen werden. Auch die Kosten sind dramatisch gestiegen – von ursprünglich veranschlagten 4,5 Milliarden Euro auf nunmehr 14,5 Milliarden Euro, wie die Deutsche Bahn mitteilt. Über 1.000 Kilometer defekte Kabel und Leitungen müssen ausgetauscht werden, was die Verzögerungen weiter verstärkt. Erst kürzlich nannte Konzernchefin Evelyn Palla die Schwierigkeiten bei der Digitalisierung des Stuttgarter Eisenbahnknotens als Hauptgrund für den Rückschlag.
Proteste begleiten das Projekt seit Langem. 2010 löste ein gewaltsames Polizeivorgehen gegen Demonstranten öffentliche Empörung aus. Der Aufschrei trug maßgeblich dazu bei, dass die Grünen 2011 die Landtagswahl gewannen und damit 68 Jahre christdemokratische Herrschaft in Baden-Württemberg beendeten.
Anfang Juni forderte Ministerpräsident Cem Özdemir einen zügigeren Fortschritt beim Bauvorhaben. Die Stadtplaner halten weiterhin an dem Ziel fest, auf den freigewordenen Flächen rund 6.000 neue Wohnungen zu errichten.
Der neue Bahnhof bleibt das Herzstück von Stuttgart 21. Seine Fertigstellung wird nun für 2031 erwartet – fünf Jahre später als geplant. Die Kosten des Projekts haben sich seit Beginn mehr als verdreifacht.
