USA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – und lösen politische Debatte aus
Hans-Theo BaumUSA ziehen 5.000 Soldaten aus Deutschland ab – und lösen politische Debatte aus
Die USA haben Pläne bekannt gegeben, 5.000 Soldaten aus Deutschland abziehen zu wollen – ein Vorhaben, das bei politischen Führungskräften und Verteidigungsexperten auf scharfe Kritik stößt. Die Christlich Demokratische Union (CDU) von Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete den Schritt als Schlag gegen die langjährigen Sicherheitsbeziehungen.
Der außenpolitische Sprecher der CDU, Jürgen Hardt, warnte, der Abzug schwäche die jahrzehntelange glaubwürdige konventionelle Abschreckung. Er betonte die strategische Bedeutung der US-Stützpunkte in Deutschland, darunter das Europäische Kommando der US-Streitkräfte (EUCOM) in Stuttgart und die Air Base Ramstein. Unterdessen nannte Siemtje Möller, verteidigungspolitische Sprecherin der SPD, die Drohungen von Präsident Trump „unberechenbar“ und den teilweisen Truppenabzug „strategisch unbegründet“.
Der Militär-experte Carlo Masala verwies auf ein noch größeres Problem: die Streichung einer für 2024 geplanten deutsch-amerikanischen Vereinbarung. Diese umfasste den Einsatz von Marschflugkörpern vom Typ Tomahawk und hyperschallschnellen Dark-Eagle-Waffensystemen – eine Lücke in der Abschreckung gegenüber Russland, die europäische Rüstungsprojekte nur langsam schließen könnten, so Masala.
Sören Pellmann von der Linken bezeichnete den Abzug dagegen als „viel Lärm um nichts“ und wiederholte die langjährige Forderung seiner Partei nach einer Schließung aller US-Stützpunkte in Deutschland. Gleichzeitig kritisierte er, dass es keinen bundesweiten Plan für die betroffenen Beschäftigten gebe. Möller (SPD) forderte stattdessen beschleunigte europäische Investitionen in die Verteidigung und drängte die Staaten zum Aufbau einer eigenen „Sicherheitsarchitektur“.
Der Truppenabbau hat die Spannungen über die deutsche Sicherheitsstrategie offengelegt. Nun diskutieren Politiker und Analysten, wie die durch den US-Abzug entstandene Fähigkeitslücke zu schließen ist. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die europäischen Verteidigungsbemühungen die Veränderungen ausgleichen können.






