Wagnis auf der Bühne: Wiesbadener Theater verwandelt Così fan tutte in ein Echtzeit-Experiment
Hans-Theo BaumWagnis auf der Bühne: Wiesbadener Theater verwandelt Così fan tutte in ein Echtzeit-Experiment
Das Staatstheater Wiesbaden verwandelt Mozarts Così fan tutte in ein gewagtes Echtzeit-Experiment für die neue Spielzeit. Die Inszenierung wird 20 junge Paare direkt auf die Bühne stellen und sie in das opernhafte Geschehen einbinden. Die Zuschauer wiederum schlüpfen in die Rolle von Kunststudenten, die das sich entfaltende Drama beobachten.
Regisseurin Marie-Ève Signeyrole hat die Oper als eine Erforschung von Intimität, Treue und Manipulation neu interpretiert. Statt einer klassischen Aufführung wird die Bühne zu einer Kunstschule: Das Publikum verfolgt, wie die Paare – allesamt ohne vorherige Bühnenerfahrung – die emotionalen Herausforderungen der Handlung bewältigen.
Das Erlebnis beginnt bereits vor dem Vorhang. Die Teilnehmer werden hinter die Kulissen gezogen, wo Kostüme, verborgene Wege und ausgetauschte Blicke die übliche Grenze zwischen Darstellern und Zuschauern auflösen. Ziel ist es, alle in das Experiment einzutauchen und die Grenzen zwischen Fiktion und Realität bewusst zu verwischen.
Karten für diese ungewöhnliche Produktion kosten lediglich 10 Euro. Doch die emotionalen Herausforderungen für die beteiligten Paare bleiben hoch. Das Theater sucht Freiwillige, die Mut und Humor mitbringen – opernhafte Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Die Aufführung wird testen, wie sowohl die Paare als auch das Publikum auf die Themen der Oper unter Echtzeit-Beobachtung reagieren. Indem die Zuschauer in die Rolle der Beobachter versetzt werden, zwingt die Inszenierung zu einer direkten Auseinandersetzung mit den zentralen Fragen von Così fan tutte. Das Ergebnis verspricht, ebenso unberechenbar wie mitreißend zu werden.






