Wie internationale Studierende durch Jobs in Deutschland bleiben können
Hans-Theo BaumWie internationale Studierende durch Jobs in Deutschland bleiben können
Neue Studie: Wie internationale Studierende durch Arbeitsmarkteinbindung ihre Chancen auf einen Daueraufenthalt in Deutschland verbessern
Eine aktuelle Untersuchung zeigt, wie internationale Studierende in Deutschland ihre Aussichten auf einen langfristigen Verbleib erhöhen, indem sie sich in den Arbeitsmarkt integrieren. Viele kommen zunächst für ein zeitlich begrenztes Studium, entscheiden sich später aber für einen Daueraufenthalt – und helfen so, den wachsenden Fachkräftemangel im Land zu mildern. Die Ergebnisse belegen klare Zusammenhänge zwischen Berufserfahrung, Sprachkenntnissen und dem Erfolg bei der Jobsuche.
Mehr als ein Viertel der internationalen Studierenden, die ursprünglich nur vorübergehend bleiben wollten, blieb nach einer Arbeitsaufnahme in Deutschland. Wer vier Jahre im Land verbrachte, baute stärkere soziale Netzwerke auf, verbesserte seine Deutschkenntnisse und erwarb Abschlüsse, die von lokalen Arbeitgebern anerkannt wurden. Diese Faktoren steigerten ihre Einstellungschancen deutlich.
Besonders erfolgreich waren Studierende, die Praktika absolvierten, firmenspezifische Abschlussarbeiten schrieben oder in fachnahen Jobs arbeiteten. Dagegen hatten diejenigen, die aus finanzieller Not in branchenfremde Nebenjobs gedrängt wurden, größere Schwierigkeiten beim Berufseinstieg. Auch Deutschkenntnisse spielten eine zentrale Rolle – selbst bei Stellen, in denen Englisch ausgereicht hätte.
Lediglich 15 Prozent der internationalen Studierenden hatten verpflichtende Deutschkurse in ihrem Studienprogramm. Dennoch fanden Absolventen deutscher Hochschulen dreimal häufiger eine Anstellung als Migranten, die direkt zur Arbeitsaufnahme einreisten. Die Studie zeigt zudem, dass internationale Studierende, die über den Bildungsweg nach Deutschland kommen, 1,6-mal häufiger einen Daueraufenthalt anstreben.
Die Ergebnisse erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland einen Mangel von 148.500 MINT-Fachkräften verzeichnet – und in den nächsten zehn Jahren mit dem Ausscheiden von weiteren 1,85 Millionen Arbeitskräften aus dem Erwerbsleben rechnet. Bereits jetzt studieren über die Hälfte der internationalen Studierenden MINT-Fächer und könnten so helfen, kritische Lücken zu schließen.
Die Untersuchung unterstreicht, wie wichtig Berufserfahrung, Sprachkompetenz und die Anerkennung von Abschlüssen für internationale Studierende sind, die in Deutschland bleiben möchten. Angesichts der vielen MINT-Absolventen in der Pipeline könnte ihre Integration den Fachkräftemangel abfedern. Politiker könnten nun erwägen, Deutschkurse und praxisnahe Programme auszubauen, um die Bleibequoten zu erhöhen.






