10 May 2026, 14:24

Wie Maria Happel und Paula Nocker die Wiener Theaterszene prägen

Plakat für das Theatre Sarah Bernhardt von 1909-1910, das eine Gruppe von Frauen in der Mitte zeigt, umgeben von Text, der das Theater und seine Künstler beschreibt.

Wie Maria Happel und Paula Nocker die Wiener Theaterszene prägen

Zwei der prägendsten Theaterpersönlichkeiten Wiens, Maria Happel und Paula Nocker, bereiten derzeit große Produktionen in der Stadt vor. Beide sind Schauspielerinnen und Regisseurinnen, verbinden eine lange berufliche Zusammenarbeit – und eine persönliche Nähe als Nachbarinnen. Ihre aktuellen Projekte setzen in dieser Spielzeit wichtige Akzente in der Wiener Theaterszene.

Maria Happel steckt mitten in den letzten Proben für Der heilige Falstaff am Burgtheater. Das Stück, eine österreichische Erstaufführung, lässt sich von Shakespeares Heinrich IV. inspirieren. Happel, die mehr als die Hälfte ihres Lebens in Wien verbracht hat, bezeichnet sich selbst als Spielleiterin – eine Spielmacherin –, wenn sie Regie führt. Ihr Ansatz prägt den kreativen Prozess, auch wenn sie sich einst vom Burgtheater beurlauben ließ, um sich auf ihre Rolle als Direktorin des Reinhardt-Seminars zu konzentrieren. Diese Chance ergab sich nie wieder.

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Happel und Nocker arbeiteten erstmals 2010 in Der Weg ins Freie zusammen. Ihre Verbindung geht über die Bühne hinaus: Sie wohnen im selben Haus, und ihre Töchter teilen sich eine Etage im gleichen Wohnblock. Diese Nähe hat eine Beziehung geschaffen, in der Ehrlichkeit geschätzt wird – selbst wenn sie manchmal verärgert.

Unterdessen probt Paula Nocker Mythen des Alltags, eine Koproduktion zwischen dem Volkstheater und den Wiener Festwochen. Sie steht Kritik offen gegenüber, solange sie respektvoll bleibt – ein Prinzip, das sowohl ihre Arbeit als auch ihre Freundschaft mit Happel prägt. Die beiden Künstlerinnen, die mitunter unterschiedliche Standpunkte vertreten, beeinflussen weiterhin die Wiener Theaterszene durch ihre Zusammenarbeit und ihre individuellen Projekte.

Happels Der heilige Falstaff feiert bald Premiere am Burgtheater, während Nockers Mythen des Alltags als Teil der Wiener Festwochen seine Uraufführung erlebt. Ihre parallelen Karrieren, persönlich wie beruflich eng verflochten, unterstreichen die dynamischen Beziehungen, die die darstellenden Künste der Stadt antreiben. Beide Produktionen werden in den kommenden Wochen für Aufmerksamkeit sorgen.

Quelle